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BUND Kreisverband Biberach

MITMACH-AKTION: Springkraut-Reduzierung

Springkraut-Reduzierung

Warum sollten wir Springkraut entfernen?

Das Indische Springkraut ist wunderschön und wurde deshalb früher in Gärten angepflanzt. Auch Imker schätzten es als Bienenweide. inzwischen ist die Pflanze aber nicht mehr so beliebt, da sie leider sehr erfolgreich im Verdrängen unserer eigenen einheimischen Arten ist. Sie steht inzwischen deswegen auch EU-weit auf der Schwarzen Liste. (Weitere Infos und Quellenangaben siehe auch unter: Infos zum "IndischenSpringkraut").

Da sich die Pflanze auch im Landkreis Biberach sehr schnell ausbreitet und es immer mehr werden, haben wir uns dieser Problematik angenommen. Seit 2017 versuchen wir das Springkraut an bestimmten Stellen zu reduzieren.

Aber mit ein paar wenigen Helfern ist es leider nicht mehr getan. Deshalb bittet der BUND die Bevölkerung um Mithilfe im nächsten Jahr. Sportvereine, Wandergruppen und andere Vereine oder Jugendgruppen könnten einen Tag im Jahr den Springkrautbestand auf ihren eigenen gemeindlichen Flächen entfernen. Aber natürlich alles in Absprache mit der eigenen Gemeinde. Vielleicht springt ja dann auch das eine oder andere Vesper dabei heraus. Außerdem sollte die Gemeinde für den Abtransport des Springkrautes sorgen.

Vorzugsweise sollte an Fließgewässern begonnen werden, da wir eine Verantwortung gegenüber den Menschen haben, die unterhalb des Gewässers wohnen und die ungewollt die Samen unseres Springkrautes abbekommen.

Allerdings sollte das Springkraut an den gleichen Flächen mehrere Jahre hintereinander entfernt werden. Ist der Springkrautbestand nach 3-4 Jahren dezimiert, entwickelt sich von alleine wieder eine natürliche Artenvielfalt, in der Insekten genügend Nahrung und Lebensraum finden. 

An vielen Bächen könnten auf den Uferrandstreifen, die innerhalb der Gemeinden 5 m und außerhalb 10 m betragen, Blühstreifen angelegt werden. Ein gutes Beispiel dafür sind die Blühstreifen entlang des Wolfentalbaches in Biberach.

Falls Sie selber oder als Gruppe Springkraut entfernen möchten:
Besprechen Sie Ihre Springkraut-Aktion mit Ihrer zuständigen Gemeinde. Es gibt sensible Bereiche, die nicht betreten werden sollten. Vereinbaren Sie, wie und wann das ausgerissene Springkraut abtransportiert werden kann. Es sollte möglichst nicht liegengelassen werden. Es reift nach und samt sich dann trotzdem noch aus. Es wächst bis zum ersten Frost.

Falls ein Abtransport aus unwegsamem Gelände nicht möglich ist, reißen Sie bitte die Blüten ab und nehmen nur sie in geeigneten Behältern mit. Werfen Sie die Pflanze oder Teile davon nicht auf Ihren Kompost. Die Pflanze muss entweder im Restmüll oder in einem geschlossenen Behälter auf den Grüngutsammelstellen entsorgt werden.

Betreten Sie kein privates Gelände, es sei denn, Sie haben es mit dem Besitzer vereinbart.

Ausrüstung: Wegen den auch vorkommenden Brennnesseln bitte möglichst lange Hosen, gute Schuhe (evtl. Gummistiefel), langärmlige Oberbekleidung und Garten-Handschuhe anziehen. Nehmen Sie bitte auch einen Rechen oder etwas ähnliches mit, um Pflanzen, die zu nah am Fluß stehen, besser zu sich herziehen zu können (ein guter Tipp von Otto, Helfer bei der Mitmach-Aktion 2019).

Das Springkraut möglichst weit unten anfassen. Es lässt sich sehr leicht aus dem Boden ziehen. Bitte anschließend in mehr oder weniger großen Haufen am Wegrand entlang ablegen. Auf ebenen  Flächen kann es auch abgemäht werden.

Nur für die Stadt Biberach: Bitte rufen Sie uns an (07351-12204 oder 0178-9425659), wenn Sie Springkraut entfernt haben und es abgeholt werden sollte. Wir kümmern uns dann darum.


Mitmach-Aktion 2019
Springkraut-Reduzierung am Südbahnhof entlang des Bahndammes und im Wolfental

in Zusammenarbeit mit der Stadt Biberach, Stadtplanungsamt

Auch 2019 baten wir die Biberacher*Innen wieder um Mithilfe beim Springkraut entfernen.
Wir hatten einen Einsatz am Südbahnhof, am Radweg entlang des Bahndammes und mehrere Termine im Wolfental.

Wir möchten uns bei allen Helfern*Innen bedanken.
Sehr herzlich bedanken möchten wir uns vor allem bei:

Anne, Claudia, Doris, Elke, Hansjörg, Manfred, Michael, Otto, Rachel, Werner und einigen anderen Personen.

Springkraut-Aktion am
Radweg beím Südbahnhof.

Springkraut-Aktion
im Wolfental



MITMACH-AKTION 2018

Springkrautreduzierung im Wolfental

In Zusammenarbeit mit der Stadt Biberach, Stadtplanungsamt
reduzierten wir 2018 das Springkraut am Wolfentalbach.
Viele Biberacher vor allem aus dem angrenzenden Wohngebiet halfen uns dabei.
Wir möchten uns auf diesem Weg für die Hilfe bedanken.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei: Anita, Barbara, Benjamin, Felix, Frank, Ina, Julius, Jürgen, Katrin, Michael, Mona, Otto, Peter und Rudolf.

Mitmach-Aktion

Ansprechpartnerin:

Esther Franzen
bund.biberach@bund-bc.de E-Mail schreiben Tel.: 07351-12204 Mobil: 0178-9425659

Infos zum „Indischen Springkraut“

Vorkommen

Das Indische Springkraut kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurde, da es wunderschön aussieht, bei uns als Zierpflanze und Bienenweide in den Gärten angepflanzt. Heute verbreitet es sich großflächig entlang von Gewässern, in Riedgebieten und Auen sowie im Wald. Durch den Samenvorrat im Boden keimen den ganzen Sommer über immer wieder neue Pflanzen aus, was zu gestaffelten Pflanzenbeständen führt. Sie können bis zu 3 m hoch werden. Die Pflanze blüht von Juli bis in den Oktober und produziert bis zum ersten Frost immer wieder neue Samenkapseln. Die Samen werden bis zu 7m weit verstreut und sind einige Jahre keimfähig. Ein dichter Bestand kann bis zu 30.000 Samen pro Quadratmeter bilden.

Gefahren

Die Art breitet sich dank dem Schleudermechanismus sehr stark aus. Die hohe Pflanzendichte führt zu einer Verarmung unserer einheimischen Pflanzenwelt. In Wäldern verhindert es die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern. Entlang von Gewässern kann es die natürlich vorkommende Vegetation verdrängen, mit der Folge, dass nach dem Absterben der Stängel im Herbst offene Stellen entstehen, die dann im Winter Erosionen begünstigen. Bei Imkern war die Pflanze als Bienenweide sehr beliebt. Da sie aber auch mit reichlich süßem Nektar ausgestattet ist, tritt sie auch hier z.T. in Konkurrenz zu unseren einheimischen Arten. Das Drüsige Springkraut ist auf der prioritären Liste der EPPO (European Plant Protection Organization) als besonders schädliche gebietsfremde Art aufgeführt.

Bekämpfung

Große Bestände können beim Auftreten der ersten Blüten durch Mähen (so tief wie möglich) dezimiert werden. Kleinere Bestände können sehr leicht durch Ausreißen von Hand bekämpft werden. Wichtig sind Nachkontrollen.

Entsorgung

Die Pflanzen dürfen auf keinen Fall auf dem eigenen Gartenkompost landen. Sie sollten im Restmüll oder in den jeweiligen Grüngut-Annahmestellen des Landkreises entsorgt werden. Dabei ist sehr darauf zu achten, dass keine Samen verloren gehen. Bringen Sie deshalb problematische Pflanzen (Springkraut, Jakobs-Kreuzkraut, …) entweder in gut verschlossenen Papiersäcken zu den Annahmestellen oder entsorgen Sie kleinere Mengen im eigenen Mülleimer.

Ersatzpflanzen

Die Auswahl an einheimischen Pflanzen ist sehr groß. Im Gegensatz zu Neophyten bieten sie auch Lebensraum für unsere heimische Tierwelt. Eine Empfehlung an Gewässern: Blutweiderich oder gewöhnlicher Wasserdost. Eine mögliche Alternative wäre es entlang von Flüssen und auch in anderen Bereichen Blühwiesen anzulegen. Für Bienen könnten zusätzlich auch Arten angepflanzt werden, die bis spät in den Herbst Blüten tragen. Verzichten Sie auch auf Schottergärten und Mähroboter. Statt eines Rasens könnten Sie in Ihrem Garten auch eine Wiese anlegen.

Quellen:

Amtsblatt der EU: VERORDNUNG (EU) Nr. 1143/2014 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten.

https://neobiota.bfn.de/

http://www.neophyt.ch/html/springkraut/springkraut.htm

https://www.infoflora.ch/de/assets/content/documents/neophyten/inva_impa_gla_d.pdf

http://www.eppo.int/INVASIVE_PLANTS/ias_lists.htm

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