BUND Kreisverband Biberach

MITMACH-AKTION: Springkraut-Reduzierung

MITMACH-AKTION

Springkrautreduzierung im Wolfental

Auch dieses Jahr reduzieren wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Biberach, Stadtplanungsamt und dem Landschaftserhaltungsverband wieder das Springkraut im Wolfental.
Wir würden uns freuen, wenn viele Biberacher uns wieder dabei unterstützen möchten.

Vermutlich werden wir Mitte/Ende Juli anfangen. Die genauen Termine und weitere Infos dazu finden Sie ab ca. 10. Juli
auf PCs: Hauptmenü, oben rechts unter dem Stichwort "TERMINE"
auf Handys: Startseite runterscrollen, ganz unten unter Service.

 

Warum sollten wir Springkraut entfernen?

Das Indische Springkraut ist wunderschön und wurde deshalb früher in Gärten angepflanzt. Auch Imker schätzten es als Bienenweide. Inzwischen ist die Pflanze aber nicht mehr so beliebt, da sie leider sehr erfolgreich unsere eigenen einheimischen Arten verdrängt. Sie steht deshalb auch EU-weit auf der Schwarzen Liste. Weitere Infos und Quellenangaben siehe auch unter: Infos zum "Indischen Springkraut".

Da sich die Pflanze auch im Landkreis Biberach sehr schnell ausbreitet, haben wir uns dieser Thematik angenommen. Seit 2017 versuchen wir das Springkraut an bestimmten Stellen zu reduzieren.

Mit ein paar wenigen Helfern ist es leider nicht mehr getan. Deshalb bittet der BUND die Bevölkerung um Mithilfe. Sportvereine, Wandergruppen und andere Vereine oder Jugendgruppen könnten einen Tag im Jahr den Springkrautbestand auf ihren eigenen gemeindlichen Flächen entfernen. Aber bitte alles in Absprache mit der eigenen Gemeinde. Vielleicht springt ja dann auch das eine oder andere Vesper dabei heraus. Außerdem sollte die Gemeinde für den Abtransport des Springkrautes sorgen.

Vorzugsweise sollte an Fließgewässern begonnen werden, da wir eine Verantwortung gegenüber den Menschen haben, die am weiteren Gewässerlauf wohnen und die ungewollt die Samen unseres Springkrautes abbekommen.

Allerdings sollte das Springkraut auf den gleichen Flächen mehrere Jahre hintereinander entfernt werden. Ist der Springkrautbestand nach 3-4 Jahren dezimiert, entwickelt sich von alleine wieder unsere eigene natürliche Artenvielfalt, in der Insekten genügend Nahrung und Lebensraum finden. 

An vielen Bächen könnten dann auf den Uferrandstreifen, die innerhalb der Gemeinden 5 m und außerhalb 10 m betragen, Blühstreifen angelegt werden. Ein gutes Beispiel dafür sind zwei Blühstreifen entlang des Wolfentalbaches in Biberach.

Falls Sie selber oder als Gruppe Springkraut entfernen möchten:
Besprechen Sie Ihre Springkraut-Aktion mit Ihrer zuständigen Gemeinde. Es gibt sensible Bereiche, die nicht betreten werden sollten. Vereinbaren Sie, wie und wann das ausgerissene Springkraut abtransportiert werden kann. Es sollte möglichst nicht liegengelassen werden. Es reift nach und samt sich dann trotzdem noch aus. Es wächst bis zum ersten Frost.

Falls ein Abtransport aus unwegsamem Gelände nicht möglich ist, reißen Sie bitte die Blüten ab und nehmen nur sie in geeigneten Behältern mit. Werfen Sie die Pflanze oder Teile davon nicht auf Ihren Kompost. Die Pflanze muss entweder im Restmüll oder in einem geschlossenen Behälter auf den Grüngutsammelstellen entsorgt werden.

Betreten Sie kein privates Gelände, es sei denn, Sie haben es mit dem Besitzer vereinbart.

Ausrüstung:
Da es an Bächen auch Brennnesseln gibt:
Feste Schuhe (noch besser sind Gummistiefel), lange Hose, langärmliges T-Shirt, evtl. Gartenhandschuhe.
Wer hat, bringt einen Rechen oder etwas ähnliches mit (langer Stiel, vorne gebogen), um die Pflanzen, die am Ufer wachsen, zu sich herziehen zu können (ein guter Tipp von Otto, Helfer bei der Mitmach-Aktion 2019)

Das Springkraut möglichst weit unten anfassen. Es lässt sich sehr leicht aus dem Boden ziehen. Bitte anschließend in mehr oder weniger großen Haufen am Wegrand entlang ablegen. Auf ebenen  Flächen kann es auch abgemäht werden.

Nur für die Stadt Biberach: Bitte rufen Sie uns an (07351-12204 oder 0178-9425659), wenn Sie Springkraut entfernt haben und es abgeholt werden sollte. Wir kümmern uns dann darum.


Mitmach-Aktion 2021

Wir konzentrierten uns auf das Wolfental. Am Rotbach ist gut zu sehen, dass das Springkraut am Bach abgenommen hat. In dem von uns 2020 bearbeiteten Bereich im Wasserschutzgebiet ist ebenfalls deutlich weniger Springkraut vorhanden.
Wir danken allen Helfern und Helferinnen.

Mitmach-Aktion 2020
Reduzierung des Springkrautes im Wolfental

Die Entfernung des Springkrautes am Rotbach zeigt Wirkung. Der Bestand hat sich halbiert. Neu angefangen wurde der Bereich im Wasserschutzgebiet.

Mitmach-Aktion 2019
Springkraut-Reduzierung am Südbahnhof, am Radweg entlang des Bahndammes und im Wolfental

Auch 2019 baten wir die Biberacher*Innen wieder um Mithilfe beim Springkraut entfernen.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Helfern und Helferinnen. Vor allem möchten wir uns bedanken bei: Anne, Claudia, Doris, Elke, Hansjörg, Manfred, Michael, Otto, Rachel und Werner.



MITMACH-AKTION 2018

Bei unserer Springkraut-Reduzierung im Wolfental bekamen wir Hilfe von Biberacher Bürgern, vor allem aus dem angrenzenden Wohngebiet.
Wir möchten uns auf diesem Weg für die Hilfe bedanken.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei: Anita, Barbara, Benjamin, Felix, Frank, Ina, Julius, Jürgen, Katrin, Michael, Mona, Otto, Peter und Rudolf.

Mitmach-Aktion 2017
Reduzierung des Springkrauts in einem Waldstück oberhalb des Mühlbaches (Federsee) und im Schlierenbachtal

Die Springkrautentfernung im Wald oberhalb des Mühlbaches (Zufluss zum Federsee) gestaltete sich sehr schwierig. Viele Sträucher mit Dornen machten ein Durchkommen durch das Unterholz fast unmöglich. Trotzdem konnten wir einen großen Hänger mit unserem Springkraut befüllen.

Die Springkrautentfernung im Schlierenbachtal war dafür etwas einfacher. Hier war nur die Hitze ein großer Gegner.

Mitmach-Aktion

Ansprechpartnerin:

Esther Franzen
bund.biberach@bund-bc.de E-Mail schreiben Tel.: 07351-12204 Mobil: 0178-9425659

Infos zum „Indischen Springkraut“

Vorkommen

Das Indische Springkraut kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurde, da es wunderschön aussieht, bei uns als Zierpflanze und Bienenweide in den Gärten angepflanzt. Heute verbreitet es sich großflächig entlang von Gewässern, in Riedgebieten und Auen sowie im Wald. Durch den Samenvorrat im Boden keimen den ganzen Sommer über immer wieder neue Pflanzen aus, was zu gestaffelten Pflanzenbeständen führt. Sie können bis zu 3 m hoch werden. Die Pflanze blüht von Juli bis in den Oktober und produziert bis zum ersten Frost immer wieder neue Samenkapseln. Die Samen werden bis zu 7m weit verstreut und sind einige Jahre keimfähig. Ein dichter Bestand kann bis zu 30.000 Samen pro Quadratmeter bilden.

Gefahren

Die Art breitet sich dank dem Schleudermechanismus sehr stark aus. Die hohe Pflanzendichte führt zu einer Verarmung unserer einheimischen Pflanzenwelt. In Wäldern verhindert es die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern. Entlang von Gewässern kann es die natürlich vorkommende Vegetation verdrängen, mit der Folge, dass nach dem Absterben der Stängel im Herbst offene Stellen entstehen, die dann im Winter Erosionen begünstigen. Bei Imkern war die Pflanze als Bienenweide sehr beliebt. Da sie aber auch mit reichlich süßem Nektar ausgestattet ist, tritt sie auch hier z.T. in Konkurrenz zu unseren einheimischen Arten. Das Drüsige Springkraut ist auf der prioritären Liste der EPPO (European Plant Protection Organization) als besonders schädliche gebietsfremde Art aufgeführt.

Bekämpfung

Große Bestände können beim Auftreten der ersten Blüten durch Mähen (so tief wie möglich) dezimiert werden. Kleinere Bestände können sehr leicht durch Ausreißen von Hand bekämpft werden. Wichtig sind Nachkontrollen.

Entsorgung

Die Pflanzen dürfen auf keinen Fall auf dem eigenen Gartenkompost landen. Sie sollten im Restmüll oder in den jeweiligen Grüngut-Annahmestellen des Landkreises entsorgt werden. Dabei ist sehr darauf zu achten, dass keine Samen verloren gehen. Bringen Sie deshalb problematische Pflanzen (Springkraut, Jakobs-Kreuzkraut, …) entweder in gut verschlossenen Papiersäcken zu den Annahmestellen oder entsorgen Sie kleinere Mengen im eigenen Mülleimer.

Ersatzpflanzen

Die Auswahl an einheimischen Pflanzen ist sehr groß. Im Gegensatz zu Neophyten bieten sie auch Lebensraum für unsere heimische Tierwelt. Eine Empfehlung an Gewässern: Blutweiderich oder gewöhnlicher Wasserdost. Eine mögliche Alternative wäre es entlang von Flüssen und auch in anderen Bereichen Blühwiesen anzulegen. Für Bienen könnten zusätzlich auch Arten angepflanzt werden, die bis spät in den Herbst Blüten tragen. Verzichten Sie auch auf Schottergärten und Mähroboter. Statt eines Rasens könnten Sie in Ihrem Garten auch eine Wiese anlegen.

Quellen:

Amtsblatt der EU: VERORDNUNG (EU) Nr. 1143/2014 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten.

https://neobiota.bfn.de/

http://www.neophyt.ch/html/springkraut/springkraut.htm

https://www.infoflora.ch/de/assets/content/documents/neophyten/inva_impa_gla_d.pdf

http://www.eppo.int/INVASIVE_PLANTS/ias_lists.htm