Nisthilfen für Vögel

Durch den Klimawandel bedingt fängt die Brutzeit mancher Vögel  schon im März an. Wer schon Nisthilfen an seinem Haus oder auf seinem Grundstück hat, sollte in den nächsten Wochen die letztjährigen Nester entfernen und die Nisthöhle säubern, um so Platz für ein neues Nest zu schaffen und Ungeziefer zu entfernen. Nur bei Staren hat man beobachtet, dass sie als einzige der Singvögel das alte verdreckte Nest entfernen.
Größere, alte Bäume der Streuobstwiesen mit natürlichen Höhlen, dichte schützende Hecken an Feldrainen, Waldrändern und Bachläufen, offene, wenig gestörte Wiesenflächen finden die Vögel, ob Höhlen-oder Freibrüter, immer weniger für ihre Brutplätze. Intensiv genutzte, ausgeräumte landwirtschaftliche Flächen, pflegeleichte Gärten ohne größere Büsche und Bäume,  moderne, dicht isolierte Bauten ohne Schlupflöcher bieten fast keinen Platz mehr zum Brüten und der Arterhaltung.

Nisthilfen für Höhlenbrüter
Wer schon Nisthilfen aufgehängt hat, sollte jetzt beim Reinigen vorsichtig öffnen, vielleicht nutzt ein Garten-oder Siebenschläfer die Höhle für den Winterschlaf. Die Nistkästen werden in einer Mindesthöhe von über 2 m mit dem Flugloch Richtung Südost an einem geschützten, leicht schattigen Platz aufgehängt. Ein Ring aus Maschendraht unterhalb schützt gegen Katzen. Der Durchmesser des Flugloches bestimmt die künftigen Mieter: Blaumeise 2,8 cm, Kohlmeise, Kleiber, Sperling, Gartenrotschwanz 3,2 -3,4 cm, Star (ein vielseitiger Stimmenimitator) 4,5 -5 cm in einem größeren Kasten mit Sitzstange, er räumt sein Nest selber raus. Hausrotschwanz (der Sänger auf dem Dachfirst), Fliegenschnäpper bevorzugen offene Halbhöhlen an Haus-und Schuppenwänden. Nisthilfen mit verschieden großen Flugöffnungen kann man in 2-3 m Entfernung anbringen, da verschiedene Vogelarten gegenüber anderen Arten kein Revierverhalten zeigen. Sperlinge nehmen als Schwarmvögel auch die Reihennistkästen an.
Im Internet bieten verschiedene Naturschutzverbände Baupläne an für Eigenbau aus Holz. Beim Bau muss man auf einiges achten: Naturholz, passende Fluglochgröße, Innenseite sägerau oder mit Querrillen zum Herausklettern, Vorderseite oder Deckel zum Öffnen (Reinigung), glattes, vorstehendes Dach als Marder- / Elsternschutz. 

Spechten helfen wir mit alten, ausgehöhlten Bäumen. Da unsere Schwalben kaum noch lehmige Pfützen für den Nestbau finden, montieren wir ihnen fertige Nester. Die Rauchschwalbe erreicht ihr schalenförmiges Nest in Stallungen mit Tieren durch ein gekipptes Fenster. Spanndrähte  oder frei verlaufende Rohre werden von ihnen als Absitzplätze gesucht. Für die geselligen Mehlschwalben befestigen wir die Doppelnester unter einem hell getünchten Dachvorsprung in 3-5 m Höhe. Gegen die Auswirkungen der ausgeprägten Nesthygiene der Schwalben schützen wir uns mit einem Kotbrett unter dem Nest. Den selten gewordenen Mauerseglern, den Luftakrobaten, können Bauherren mit speziellen Höhlen in Ziegelsteinform helfen, die ein ovales Einflugloch haben.

Turmfalken und Schleiereulen leiden sehr unter den dicht geschlossenen Gebäuden. Im Giebel von Scheunen, Maschinenschuppen, Stallungen und Häusern, in Kirchtürmen, mindestens 5 m über dem Erdboden, wird der doppelkammerige Brutkasten im Innern des Gebäudes montiert. Man kann den Kasten (50 cm x 50 cm x100cm) auch mit Isolationsmaterial ummanteln.
In Garten – oder Baumärkten werden vielfältige Nisthilfen angeboten. Originelles Styling oder Mehrfachhöhlen( geeignet für Sperlinge) sind weniger wichtig als die richtigen Einfluglöcher und vor allem die Möglichkeit, die Nisthilfe jährlich zu säubern. 

Nisthilfen für Freibrüter.
Die Freibrüter (Amsel, Buchfink, Grünfink, Goldammer, Hänfling, Grasmücken) suchen sich dichtere Sträucher und Bäume für ihre Nester, die wir oft im Herbst zu unserer Überraschung entdecken. Eine gemischte Hecke bietet Schutz und Nahrung (Holunder, Eberesche/Vogelbeere, Eibe, Ilex, Weiden, Zierapfel, Hasel, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Berberitze, Liguster und verschiedene Rosenarten). Sie lockt Vögel zum Brüten an. Durch entsprechenden Schnitt sorgen wir für Astquirle, in denen gerne Nester gebaut werden. Abgeschnittene Zweige von Rosen oder Berberitze oder Brombeerranken bieten einen gewissen Schutz gegen Katzen, Elstern und Eichelhäher. Ein Reisighaufen mit dornigen Zweigen hilft dem Zaunkönig und Rotkehlchen beim Brüten.

Lerchenfenster: Lerchen und andere Bodenbrüter der freien Flur leiden unter der intensiven Feld-und Wiesenbewirtschaftung. Mit zwei „Lerchenfenstern“ mit je 20 qm pro Hektar Ackerfläche hilft man diesen selten gewordenen Vögeln. Diese kleinen jährlichen Brachflächen sollten etwa 25 m Abstand zum Ackerrand haben und sich nicht in den Fahrgassen befinden.

Weitere Quellen: Internet: Nisthilfen für Vögel, Nistquartiere an Gebäuden, Bauanleitungen für Vogelnistkästen

Ameisen ohne Gift loswerden

Ameisen sind für das Ökosystem unverzichtbar. So lockern sie die Böden durch ihre vielen Gangsysteme auf und fördern damit das Pflanzenwachstum. Die Roten Waldameisen sind als Schädlingsbekämpfer wichtige Helfer des Försters. Ameisen als Mitbewohner stören jedoch. Gerade jetzt im Sommer, wenn Balkontüren und Fenster offen stehen, bahnen sie sich ihren Weg bis in die Küche. Dort machen sie sich über Zucker – und eiweißhaltige Lebensmittel her. Chemische Bekämpfungsmittel töten Ameisen, doch diese Mittel können auch die Gesundheit von Kindern und Kranken gefährden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) empfiehlt ökologische Alternativen, die zudem preiswert sind.
Ameisen können durch stark riechende Kräuter und Substanzen, die ihren Orientierungssinn beeinträchtigen, ganz ohne Giftchemie vertrieben werden. Im Handel erhält man Ameisenöl, das aus verschiedenen ätherischen Ölen gemischt ist. Auf die „Ameisenstraßen“ können aber auch Zitronensaft, Essig, Gewürze wie Majoran, Kerbel, Lavendel oder Zimt als Geruchsbarrieren ausgebracht werden. 

Bei starkem Befall können Backpulver oder Hirschhornsalz vermischt mit Zucker als Lockmittel die Insekten abtöten. In Drogerien wird Diatomeerde angeboten, ein fein gemahlenes Pulver aus fossilen Kieselalgen. Dieses Mittel wirkt tödlich, da es den Chitinpanzer der Insekten verletzt und sie schnell austrocknen lässt. Diatomeerde sollte gezielt in den Schlupfwinkeln und auf den Wanderstraßen eingesetzt werden. Die Produktanweisung muss genau beachtet werden.

Um Ameisen erst gar nicht ins Haus zu locken, empfiehlt der BUND Lebensmittel und Abfälle in dicht schließenden Behältern aufzubewahren. Besonders organische Abfälle sollten täglich aus der Wohnung gebracht werden und Futterreste aus Tiernäpfen entsorgt werden. Es ist auch ratsam einzelne „Späher“ zu entfernen, da ihnen wenig später die Masse nachfolgt. Topfpflanzen, die im Spätjahr aus dem Garten ins Haus kommen, sollten auf Ameisenbefall untersucht werden. Bekannte Schlupflöcher verschließt man mit Kitt, Silikon, Klebeband oder Gips.

Wenn einzelne Sträucher wie Rosen stark von Ameisen besucht werden, deutet dies auf einen Blatt- oder Schildlausbefall hin, deren Zuckerausscheidungen von den Ameisen als Futter gesammelt wird. Dabei sorgen die Ameisen für die weitere Ausbreitung der Zuckerproduzenten. Wer allergisch auf Ameisenbisse auf der Liegewiese im Garten reagiert, kann mit einem Pflanzentopf aus Ton die Ameisen zum Nestbau anlocken.
Man stellt den Tontopf mit der Öffnung nach unten an einen warmen, sicheren Platz. Bald siedeln sich darunter Schwarze oder Rote Wegameisen an. Die warmen „Puppenkammern“ liegen weit oben. Nach einiger Zeit streut man an einer anderen Stelle die Ameisenpuppen samt der Erde als Vogelfutter aus.
Quelle: BUNDökotipps

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