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Foto: BUND
L: Alfons Jeggle, BUND, Vorsitzender Kreisverband Biberach
R: Martin Rösler, Sprecher NABU-Kreisverband Biberach und Vorsitzender NABU Ortsgruppe Biberach
BUND und NABU
Sondernewsletter zur
Landtagswahl 2026 am
08. März 2026
Unsere Kandidatenbefragung im Wahlkreis Biberach – Ergebnisse und Einordnung
Liebe Mitglieder, Förderer und Unterstützer von BUND und NABU im Landkreis Biberach,
wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, wie lebenswert unsere Region in Zukunft sein wird. Die ökologischen Krisen sind längst Realität: Hitze, Dürre, Artenverlust, Extremwetter und der Verlust natürlicher Lebensräume prägen zunehmend unseren Alltag. Gleichzeitig erleben wir, dass Umweltpolitik vielerorts nicht mit der notwendigen Konsequenz und Weitsicht betrieben wird. Zu oft orientiert sie sich an kurzfristigen Interessen, anstatt mutig und zukunftsgerichtet zu handeln. Statt Chancen zu nutzen, werden Maßnahmen verwässert, verschoben oder durch Ausnahmen entkräftet.
Wir sind überzeugt: Eine Politik, die Natur‑ und Klimaschutz ernst nimmt, ist kein Hindernis für Wohlstand – sie ist seine Voraussetzung. Und sie eröffnet enorme Zukunftschancen für unsere Region, unsere Wirtschaft und kommende Generationen.
Vor diesem Hintergrund haben wir als Kreisverbände von BUND und NABU die Kandidaten im Wahlkreis Biberach zu zehn zentralen Zukunftsfragen befragt. Diese Fragen bilden aus unserer Sicht die wichtigsten politischen Stellschrauben ab, die über die ökologische Entwicklung unserer Region entscheiden. Unser Ziel ist es, transparent zu machen, wie die Bewerberinnen und Bewerber zu den drängendsten Herausforderungen stehen – um Ihnen eine fundierte Orientierung zu geben.
Warum wir diese Befragung durchgeführt haben
Die Zwillingskrise aus Klimawandel und Artenverlust bedroht unsere Lebensgrundlagen. Gerade im Wahlkreis Biberach ist die Lage besonders sensibel: intensive Landwirtschaft, ein starker industrieller Mittelstand und wertvolle Naturflächen wie das Federseeried prägen unsere Region. Intakte Moore, Wälder und Böden sind hier nicht nur Lebensräume, sondern zentrale Schutzsysteme gegen Hitze, Dürre und Hochwasser.
Wir wollten wissen, wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen – und wer nicht.
Wir wollten wissen, wer die Dringlichkeit erkennt – und wer ausweicht.
Und wir wollten wissen, wer bereit ist, politische Entscheidungen an ökologischen Realitäten auszurichten.
Unsere zehn Schwerpunktfragen an die Kandidaten
- Setzen Sie sich für einen flächendeckenden, rechtlich gesicherten Biotopverbund ein?
Hintergrund: Nur ein vernetztes System aus Lebensräumen ermöglicht Artenwanderung, genetischen Austausch und stabile Ökosysteme. - Werden Sie sich dafür einsetzen, dass bestehende Moore erhalten und degradierte Moore wiedervernässt werden, um Klima‑ und Artenschutz zu stärken?
Hintergrund: Moore sind die effektivsten CO₂‑Speicher und zugleich Hotspots der Biodiversität. - Befürworten Sie eine deutliche Reduktion chemischer Pestizide?
Hintergrund: Pestizide sind einer der Haupttreiber des Artensterbens und gefährden Böden, Gewässer und Insekten. - Unterstützen Sie den Ausbau des Ökolandbaus als zentralen Beitrag zur Biodiversität?
Hintergrund: Ökolandbau reduziert Pestizide, stärkt Bodenfruchtbarkeit und schafft Lebensräume. - Unterstützen Sie das Ziel, den Flächenverbrauch bis 2035 auf Netto‑Null zu senken?
Hintergrund: Versiegelung zerstört Lebensräume, verschärft Hochwasser und heizt Städte auf. - Unterstützen Sie ein Ende des Neu‑ und Ausbaus klimaschädlicher Straßenprojekte zugunsten nachhaltiger Mobilität?
Hintergrund: Neue Straßen fördern Verkehrszuwachs, Flächenverbrauch und CO₂‑Emissionen. - Befürworten Sie ein verbindliches CO₂‑Restbudget für Baden‑Württemberg?
Hintergrund: Ein Restbudget macht Klimaschutz messbar und verbindlich. - Befürworten Sie den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, sodass Baden‑Württemberg bis 2035 zu 100 % erneuerbar wird?
Hintergrund: Nur ein schneller Ausbau ermöglicht Klimaneutralität und Versorgungssicherheit. - Unterstützen Sie Maßnahmen für Schwammstädte und Schwammlandschaften?
Hintergrund: Naturbasierte Lösungen sind zentral für Hitze‑ und Starkregenvorsorge. - Befürworten Sie Programme zur Verbesserung des Wasserrückhalts in Wäldern?
Hintergrund: Wälder müssen klimaresilient werden, um Wasser zu speichern und Ökosystemleistungen zu sichern.
Wie wir ausgewertet haben
Unsere Auswertung erfolgte zweistufig:
Schritt 1: Analyse der Kurzantworten im Hinblick auf die Erfüllung unserer Schwerpunktfragen/Kernforderungen.
Schritt 2: Abgleich der Kurzantworten und Freitextbegründungen mit den jeweiligen Wahlprogrammen, um die tatsächliche inhaltliche Positionierung sichtbarer zu machen.
Die Freitextbegründungen waren dabei besonders wichtig, da sie zeigen, wie ernsthaft und differenziert sich die Kandidaten mit den Themen auseinandersetzen.
Ergebnisse der Kandidatenbefragung Schritt 1 –
Erstorientierung aufgrund Kurzantworten
Für die Veröffentlichung wurden uns die Fotos von den Kandidaten zur Verfügung gestellt.
Gesamtergebnis der Kandidatenbefragung Schritt 2 – weitere Wertung mit Begründungen incl. Abgleich mit dem Wahlprogramm
CDU – Thomas Dörflinger
In klassischen Naturschutzbereichen wie Biotopverbund, Moorschutz und Waldumbau zeigt die CDU eine mittlere Zustimmung. In den Begründungen wird deutlich, dass wirtschaftliche Interessen und Infrastrukturprojekte priorisiert werden. Bei zentralen Zukunftsthemen – CO₂‑Restbudget, Netto‑Null Flächenverbrauch, Stopp neuer Straßenbauprojekte und 100 % erneuerbare Energien bis 2035 – bleiben die Positionen hinter den Anforderungen von BUND und NABU zurück. Der Abgleich mit dem Wahlprogramm zeigt eine hohe inhaltliche Übereinstimmung.
Grüne – Berat Gürbüz
Die Grünen unterstützen nahezu alle zehn Schwerpunktfragen vollumfänglich. Die Begründungen zeigen ein hohes Verständnis für ökologische Zusammenhänge, naturbasierte Lösungen und die besondere Verantwortung im ländlich geprägten Wahlkreis. Auch beim CO₂‑Restbudget und beim Ausbau erneuerbarer Energien gibt es klare Zustimmungen. Beim Flächenverbrauch verweist Berat Gürbüz auf praktische Herausforderungen, unterstützt jedoch das Ziel einer deutlichen Reduktion. Das Wahlprogramm ist ambitioniert und konsistent mit den Anforderungen von BUND und NABU.
AfD – Paula Gulde
Eine Bewertung ist nicht möglich, da die Kandidatin unvollständige Unterlagen eingereicht und den verlängerten Abgabetermin nicht eingehalten hat.
SPD – Simon Özkeles
Die SPD zeigt in vielen Bereichen eine hohe Übereinstimmung mit unseren Schwerpunktfragen, insbesondere beim Schutz der Artenvielfalt, beim Ökolandbau und beim Ausbau erneuerbarer Energien. Simon Özkeles betont die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Beim Stopp des Flächenverbrauchs und beim Verzicht auf neue Straßenbauprojekte äußert er sich zurückhaltender. Das Wahlprogramm ist in mehreren Punkten anschlussfähig, aber nicht durchgängig so ambitioniert, wie wir es für notwendig halten.
FDP – Oliver Lukner
Die FDP lehnt verbindliche Vorgaben beim Flächenverbrauch, beim CO₂‑Restbudget und beim Stopp neuer Straßenbauprojekte ab. Die Begründungen setzen stark auf Technologieoffenheit und marktwirtschaftliche Steuerung. Das Wahlprogramm bestätigt diese Linie. Daraus ergibt sich ein hoher Deckungsgrad mit dem Wahlprogramm, jedoch ein geringer Erfüllungsgrad unserer Naturschutzforderungen.
Die Linke – Jasmin Weber
Die Linke stimmt allen zehn Schwerpunktfragen zu und begründet dies ausführlich. Das Wahlprogramm ist ökologisch‑progressiv und deckt sich mit den Anforderungen von BUND und NABU. Somit ergibt sich sowohl ein hoher Erfüllungsgrad als auch ein hoher Deckungsgrad.
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Ein Erbe für die Zukunft: Warum wir heute handeln müssen
Für uns ist klar: Die vermeintliche Entscheidung zwischen „Wirtschaft“ und „Natur“ ist ein Trugschluss. Eine starke Ökonomie kann langfristig nur auf einem gesunden ökologischen Fundament bestehen. Werden natürliche Lebensgrundlagen zerstört, entzieht das auch dem Wohlstand die Basis.
Die kommenden Jahre sind deshalb mehr als eine politische Phase – sie sind eine Richtungsentscheidung für kommende Generationen.
Wir wünschen uns, dass unsere Enkel eines Tages auf diese Zeit zurückblicken und sagen können:
„Damals haben die Menschen die Dringlichkeit erkannt. Sie haben den Mut aufgebracht, alte Pfade zu verlassen und alles Erdenkliche getan, um uns eine Welt zu hinterlassen, in der man noch gut und gerne leben kann.“
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es entschlossenes Handeln statt vager Versprechen. Wer einen Baum pflanzt, weiß: Die Krone wächst nicht über Nacht. Man braucht Geduld, Pflege und den festen Willen, etwas Dauerhaftes zu schaffen. Aber jeder Tag, an dem man nicht pflanzt, ist ein verlorener Tag für die Zukunft.
Genauso müssen wir Klimaschutz verstehen – als langfristige Investition in unser aller Leben, die ihre volle Wirkung nur entfalten kann, wenn wir heute damit beginnen.
Wir hoffen, dass unsere Auswertung und die Gegenüberstellung der Positionen Ihnen eine hilfreiche Orientierung geben – und dazu beitragen, die Bedeutung der ökologischen Zukunftsfragen in unserer Region klarer einzuordnen.
In diesem Sinne möchten wir Ihnen danken: für Ihr Engagement, Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Bereitschaft, Natur‑, Umwelt‑ und Klimaschutz in unserem Landkreis eine Stimme zu geben. Bleiben Sie zuversichtlich – und bleiben Sie uns und unseren gemeinsamen Bemühungen gewogen. Nur gemeinsam können wir die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren, die unsere Region so einzigartig machen.
Mit herzlichen Grüßen
Gut versorgt und gut geschützt
Wie verantwortungsvolle Mobilfunkpolitik gelingen kann
Wie breitet sich Strahlung rund um Mobilfunksendeanlagen aus?
Wie wird Strahlungsstärke gemessen? Und welche Bedeutung haben Sendeanlagen im Vergleich zu unseren eigenen Endgeräten?
Diesen und weiteren Fragen widmet sich ein informativer Vortrag mit Stephanie Zeller, Dipl. Ing. Elektro- und Informationstechnik (FH), Baubiologin IBN
Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die sich sachlich über Mobilfunk informieren möchten.
Besonders eingeladen sind auch kommunale Entscheidungsträger – Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister –, die sich mit Fragen der Mobilfunkplanung und Vorsorgepolitik befassen.
Die Elektrotechnikingenieurin und Baubiologin Stephanie Zeller zeigt auf, welche rechtlichen Möglichkeiten Gemeinden haben, die Aufstellung von Mobilfunksendeanlagen aktiv mitzugestalten. Sie erläutert, wie eine gute Mobilfunkversorgung und gesundheitliche Vorsorge sinnvoll miteinander verbunden werden können – zum Schutz der Menschen und der Umwelt.
Freitag | 20.03.26 | 18.30 Uhr | Eintritt frei
Ort: 88400 Biberach, Gemeindezentrum St. Martin, Kirchplatz 3-4
Veranstalter: BUND Biberach, Arbeitskreis MobilfunkDialog
Weitere Infos: Mobilfunk@bund-bc.de
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Falls Sie gerne mit Kindern und Jugendlichen im Umwelt- und Naturschutzbereich arbeiten möchten, empfehlen wir Ihnen den unten aufgeführten Naturpädagogischen Lehrgang. Und wenn Sie dies auch noch gerne bei uns, dem BUND Biberach machen möchten, übernehmen wir die Fortbildungskosten der beiden Lehrgänge. Wenn das für Sie in Frage kommt, schreiben Sie bitte an: Alfons.Jeggle(at)bund-bc.de.
Naturpädagogischer Lehrgang für Kindergruppenleiter und -leiterinnen
Teil 1: 20.03.2026 (17:00 Uhr) - 22.03.2026 (15:00 Uhr)
Teil 2: 14.05.2026 (16:00 Uhr) - 17.05.2026 (15:00 Uhr)
Auf diesem naturpädagogischen Lehrgang von NAJU und BUND werden Grundlagen und wirkungsvolles Handwerks-zeug für die Arbeit mit Kindern in und mit der Natur vermittelt. Der Lehrgang richtet sich sowohl an Pädagogen, als auch an Kindergruppenleiter und Menschen, die gerne mit Kindern draußen in der Natur unterwegs sein möchten. Wir werden die Lebenswelt der Kinder näher beleuchten, typische Situationen in der Gruppenstunde besprechen, rechtliche und versicherungstechnische Fragen klären sowie unsere Erfahrungen austauschen. Natürlich steht die praktische Naturpädagogik mit Spiel und Spaß immer im Mittelpunkt. Wir werden selbst viel ausprobieren und unserer Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen.
Jeder Teil ist inhaltlich in sich abgeschlossen. Nach Teilnahme an beiden Seminaren können die Teilnehmer nach Vorlage eines Erste-Hilfe-Kurs-Nachweises die Jugendleiter-Card (Juleica) beantragen.
Seminar 1: 90 € (NABU-/NAJU-/BUND-/BUNDjugend-Mitglieder 60 €)
Seminar 2: 110 € (NABU-/NAJU-/BUND-/BUNDjugend-Mitglieder 80 €)
inkl. Übernachtung in Mehrbettzimmern & Bio-Selbstverpflegung
Leitung: Isabel Haidlauf, Birgit Eschenlohr & Heike Jacob | Ort: Mühlacker | Alter: ab 18 Jahre
Für diesen Kurs kann über die NAJU beim Arbeitgeber, der Universität o. ä. Sonderurlaub beantragt werden.
Anmeldung: https://www.naju-bw.de/seminare-und-fortbildungen/juleica-seminare/kindergruppenleiterinnen-lehrgang/___________________________________________________________
Gewässerführung an der Dürnach
Was macht ein ökologisch wertvolles Gewässer aus?
Bei einem Spaziergang entlang der Dürnach entdecken wir anschaulich die Unterschiede zwischen einem verbauten und einem renaturierten Bachabschnitt. Die Führung zeigt, welche Strukturen ein lebendiges, artenreiches Gewässer auszeichnen und warum Renaturierungen so wichtig sind.
Datum: Sonntag, 22.03.2026, 14:00–15:30 Uhr
Ort: 88400 Ringschnait, Parkplatz am Sportplatz
Strecke: ca. 4 km auf gut befestigten Wegen, für alle Altersgruppen geeignet
Leitung: Jutta Block, zertifizierte Gewässerführerin
Veranstalter: BUND Kreisverband Biberach
Anmeldung: kurz per Mail an bund.biberach(at)bund-bc.de
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100 Bäume für das Klima von Biberach –
wir starten!
Der BUND Kreisverband Biberach initiiert gemeinsam mit der Baumschutzinitiative Biberach, der Lokalen Agenda, Omas for Future und vielen Ehrenamtlichen eine neue Mitmachaktion für mehr Stadtgrün und Klimaschutz. Bis November 2026 sollen mindestens 100 Bäume auf privaten Flächen in Biberach gepflanzt werden.
Ab Juli/August 2026 können Bürgerinnen und Bürger kostenlos einen Baum für ihren Garten reservieren. Die Ausgabe erfolgt beim großen Pflanzaktionstag im November 2026. Finanziert wird das Projekt durch Spenden aus Bürgerschaft, Gewerbe und Handel.
Begleitend bieten wir von März bis Dezember 2026 ein vielfältiges Programm rund um Stadtbäume an – darunter Vorträge, Baumschnittkurs, Exkursionen, Kinderworkshop, Wochenmarkt‑Infostand und einen Praxistag „Bäume pflanzen leicht gemacht“. Termine folgen.
Damit möglichst viele Bäume verschenkt werden können, freuen wir uns über jede Unterstützung.
Spendenabsicht bitte unverbindlich an: Alfons.jeggle(at)bund-bc.de oder 07351‑12204
Gemeinsam lassen wir ein grüneres, kühleres und lebenswerteres Biberach wachsen.
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