BUND Kreisverband Biberach


Hier finden Sie interessante Tipps und Infos
der BUND-Gruppe Schwendi


Wie ökologisch ist Einkaufen im Internet?

Viele Millionen Menschen kaufen heutzutage im Internet ein. Online werden auch immer mehr ökologisch hergestellte oder fair gehandelte Waren erworben. Der Kauf per Mausklick ist schnell und bequem. Allerdings hat der Onlinehandel auch Schattenseiten. Neben einem erhöhten Verbrauch an Verpackungsmaterialien steigt die Zahl der Straßentransporte. Emissionen, Schadstoffausstoß und Lärm nehmen zu, die ökologischen Vorteile mancher Waren schwinden dadurch oder kehren sich sogar in ihr Gegenteil um. Zudem geht der Trend in Richtung immer kürzerer Lieferzeiten, was zu kleineren Verpackungseinheiten und noch mehr Transporten führt. Dies erhöht die Umweltbelastungen weiter.

Deshalb empfiehlt der BUND, in der näheren Umgebung nach Läden zu suchen, die ökologisch hergestellte und fair gehandelte Produkte anbieten. Lokale Händler bestellen in der Regel größere Warenmengen. Das verursacht deutlich weniger Transporte und verringert das Verpackungsmaterial. Auf den Internetseiten der lokalen Händler lassen sich zumeist das Angebot und die Preise einsehen. Das ermöglicht Preisvergleiche ohne zusätzliche Wege.

Wer in der Region nicht verfügbare Waren bestellt, sollte sich außerdem Gedanken darüber machen, ob er diese Dinge tatsächlich so schnell wie möglich benötigt. Immer mehr Onlinehändler bieten die Möglichkeit, mehrere nacheinander erfolgte Bestellungen zu einer Leistung zusammenzufassen. Das erspart Transporte und Verpackungen. Außerdem kann man Bestellungen auch mit Freunden oder Nachbarn gemeinsam aufgeben.
Quelle: bundoekotipps
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Erhalt alter Kulturpflanzen

Wenn wir heute in die Gemüse -und Obstabteilung eines Supermarktes treten, begegnen wir immer weniger verschiedenen Sortenamen, manche sind bei Äpfeln völlig fremd, da sie aus Ländern jenseits des Äquators stammen. 2-4, maximal 5-6 verschiedene Sorten werden jeweils angeboten. Es sind zu 90 % Erzeugnisse aus Treibhauskulturen und mit hohem Pestizid- und Düngereinsatz.
Wer sich aber für alte Apfelsorten interessiert, kann sich die Apfelallee im Erich-Nau-Park Dietenbronn  näher anschauen: rund 20 Hochstämme mit 15 verschiedenen Sorten. Gärtnermeister L. Schwarz erklärte , dass die Unterlage beim Veredeln die Baumgröße bestimmt: für den Halbstamm eine schwach wüchsige Unterlage, auch alte Sorten passen in einen modernen Garten. Da kann man bestimmte Reifezeit, Farbe, Geschmack Verwendung auswählen.
Wenn Ihnen nun eine bestimmte Tomaten-oder Gurkensorte aus dem Supermark zugesagt hat, suchen Sie den Samen Ihrer Sorte  gleich vor Ort oder im Baumarkt. Egal welche Samentüten Sie wählen , die Beschreibung beginnt: Hybrid , F1 mit einem ordentlichen Preis. Das heißt, das ist die erste Generation einer Kreuzung mit den angegeben Qualitäten. Da z.B. die Tomate sehr gut in Wuchs und Ertrag war, entnehmen Sie dieser einige Samenkörner, um diese nächstes Jahr wieder auszusäen. Im nach folgenden Jahr wird sich die F2 verschiedene Formen mit anderer, minderer Qualität zeigen. Also wieder neue Hybrid F1 teuer erwerben. Die Samenfirma kann aber auch noch Dünger und Pflanzenschutzmittel wie in der Landwirtschaft anbieten. Alles aus einer Hand.

Die „Wilden Gärtner“ vom BUND-Kreisverband haben sich dem Erhalt alter Pflanzensorten (Gemüse, Früchte, Duft-/Färbekräuter) zugewendet, um alte regionale, gut gedeihende, nährstoffreiche Sorten zu erhalten. Anfang jeden Jahres (Jan.-März, unter Termine nachschauen) von 10-16 Uhr veranstalten sie in der Stadthalle Schussenried ihre Oberschwäbische Saatgut-Festivals.  Ihre Mitglieder bieten auch auf der Schwendier Pflanzenbörse ihre Nachzüchtungen  an. Das beste Beispiel des erfolgreichen Artenschutzes ist der Wiederanbau der Alblinse, einer sehr gesunden Hülsenfrucht, die aber auch gleichzeitig den Boden mit Stickstoff anreichert.

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Ein Winterquartier für Igel

Im Herbst ist es wieder Zeit den Garten winterfest zu machen. Auch der Igel macht sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Quartier für seinen Winterschlaf. Doch in akribisch aufgeräumten Gärten ohne geeignete Versteckmöglichkeiten kann er die kalte Jahreszeit nicht überstehen.

Der BUND empfiehlt daher allen Gartenbesitzern, beim Herbstputz darauf zu achten, dass die kleinen Stacheltiere Unterschlupf finden. Für den Winterschlaf bauen sich die Tiere gerne unter Büschen ein Nest und bedecken es reichlich mit Laub. So schützen sie sich vor Frost und Austrocknung. Auch Hohlräume unter Holzstapeln werden gerne angenommen. Gartenbesitzer können ruhig etwas „unordentlich“ sein und auch mal Herbstlaub liegen lassen, damit sich der Igel bedienen kann.

Igel sind Wildtiere, keine Haustiere, die man zum Überwintern einfach ins Haus nehmen kann. Gefangenschaft löst bei Wildtieren Stress aus. Nicht jeder Igel, der im November noch umherläuft, braucht unbedingt unsere Hilfe. Jungen Tieren kann man beispielsweise durch abendliches Zufüttern mit einer Schale Katzenfutter helfen, sich die notwendigen Fettreserven für den Winterschlaf anzufressen. Erst wenn die kleinen Stacheltiere weit nach Wintereinbruch, das heißt bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee tagsüber unterwegs sind und Anzeichen von Unterernährung aufweisen (400 g und weniger) oder verletzt sind, sollte man eingreifen. Unterernährung erkennt man an einer Einbuchtung hinter dem Kopf, der sogenannten “Hungerlinie“ und den eingefallenen Flanken. In diesen Fällen sollte  man sich mit der „Igelhilfe“ oder dem Tierheim in Verbindung setzen. Quelle: BUND Ökotipps
 

 

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Faire und nachhaltige Kleidung

Sei es die Winterjacke, Handschuhe oder Pullover, die man kauft, sie sind häufig unter ökologisch und sozial fragwürdigen Bedingungen hergestellt.

So werden bei der Herstellung oftmals umweltschädliche Chemikalien eingesetzt, Arbeiter*innen leiden unter gesundheitsschädlichen Einflüssen am Arbeitsplatz und werden zudem nicht fair bezahlt. Das kann sowohl auf die Herstellung von Billigware, wie auch von teuren Designerstücken zutreffen.
Ökokleidung kaufen
Der Ökomarkt für Kleidung boomt. Es gibt Firmen, die recycelbare Kleidung, wiederverwertbare Naturmaterialien und ökologische Farbstoffe für die Produktion ihrer Kleidungsstücke einsetzen. Gemeint sind hier vor allem Artikel aus Biobaumwolle, Holz oder Kokos. Wir empfehlen daher, Produkte dieser Art den umweltschädlichen Materialien wie Kunststoffen vorzuziehen. 

Inzwischen gibt es einige Labels, die umweltfreundlich und fair produzierte Kleidung zertifizieren wie das GOTS-Label oder das Zeichen „ IVN Best Naturtextil“, das bislang die strengsten ökologischen und sozialen Standards bei Textilien setzt.  Das Label „Öko-Tex Standard 100“ kennzeichnet zwar schadstoffgeprüfte Textilien, die als gesundheitlich unbedenklich für den Verbraucher eingestuft wurden, die Rohstoffe müssen aber weder fair gehandelt noch bio sein. Über ökologisch verträgliche Herstellung sagt auch das Siegel  „Fairtrade Certified Cotton“ nichts aus, es garantiert jedoch zumindest faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Der kontrolliert biologische Anbau der Baumwolle wird durch das Siegel zwar nicht garantiert, aber gefördert.

Eine kritische Übersicht verschiedener Labels für Textilien findet sich im Internet bei „Label online“. Bei verschiedenen Shoppingportalen finden Sie Modelabels, die nach sozialen und/oder ökologischen Vorgaben produzieren. Sortimente aus Biobaumwolle, fair produziert und schadstoffgeprüft, listet das Portal „Eco Top Ten“ auf. BUND Ökotipps
 



Handys in Kinderhände?

Kinder finden Handys cool und sind fasziniert von den sich schnell entwickelnden neuen technischen Möglichkeiten. Eltern fühlen sich häufig sicherer, wenn ihr Kind erreichbar ist. Doch können unsere Kinder das Handy wirklich gefahrlos benutzen?. Für Mobiltelefone existieren keine verbindlichen Strahlenwerte. Die „SAR – Werte“ sind bloße Empfehlung des EU – Rats und beschreiben, wie viel Wärmeenergie biologisches Gewebe ( etwa unser Körper) durch elektromagnetische Strahlung aufnimmt.

Auch bei ihrer Einhaltung bleibt ein Gesundheitsrisiko für Kinder. Je näher das Handy am Kopf, desto höher ist die Strahlenbelastung. Die aktuellen Vorschriften und Messverfahren basieren auf Daten, die bei Erwachsenen erhoben wurden. Auf Kinder wirkt sich die Strahlung nachweislich viel ungünstiger aus. Denn ihre Köpfe  sind noch kleiner, die Schädelknochen weicher, die Erwärmung im Gewebe damit stärker. Bei Medikamenten ist es allen klar, dass die Dosierung für Kinder stets deutlich niedriger sein müssen als für  Erwachsene. Vor allem entwickelt sich noch das kindliche Gehirn und ist deswegen viel empfindlicher. Außerdem sagt die übertragene Wärme nichts über andere Schäden durch Handystrahlung aus.

Unabhängige Wissenschaftler raten dringend davon ab, Kindern Handys zu geben. ( Frankreich hat jede  an Kinder unter 14 gerichtete Handywerbung verboten.) Der BUND setzt sich für dieses unbequeme, doch für die Gesundheit unserer Kinder wichtige Thema ein, trotz aller Verharmlosung durch Industrie und Politik. Kein Vorschrift oder Gebrauchsanweisung schützt Kinder vor Gefahren durch Handys und leistet die entsprechende Vorsorge. Daher empfiehlt der BUND allen Eltern: keine Handys in Kinderhände.
Quelle: BUNDoekotipps
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Elektroschrott vermeiden

„Jedes Jahr ein neues Smartphone.“ Mit solchen und ähnlichen Slogans werben Mobilfunkanbieter. Der Kunde freut sich, denn so kann er sich regelmäßig mit den neusten Geräten ausstatten. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unterhaltungselektronik sind allerdings weit weniger erfreulich. Denn für die Herstellung immer leistungsstärkerer Smartphones, Laptops, Computer und Spielekonsolen werden seltene Erden wie Cotan benötigt, die oft unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen werden. Eine der wenigen Lagerstätten hierfür liegt im Kongo, wo seit Jahrzehnten gewaltsame Auseinandersetzungen um den Zugang, die Kontrolle und den Handel mit diesem Rohstoff existieren. Die andauernden Konflikte und der rücksichtslose Abbau der Rohstoffe bedrohen auch die Natur in diesem Gebiet, in dem zahlreiche seltene Tierarten beheimatet sind.

Qualität statt Quantität
Neben dem hohen Bedarf an Rohstoffen für elektronische Geräte werden bei der Herstellung viel Wasser und Energie benötigt. Angesichts des kurzen Lebenszyklus von Produkten der IT-Branche ist der Ressourcenverbrauch, verglichen mit anderen Waren, deswegen besonders hoch. Am Ende ihres kurzen Lebens werden die Geräte zu Elektroschrott, der Schwermetalle, giftige Flammschutzmittel und jede Menge Kunststoffe enthält, die oft nur unzureichend recycelt werden können.

Der BUND empfiehlt daher lieber hochwertige, langlebige und reparaturfähige Produkte zu kaufen und bei Smartphones auf Geräte mit austauschbarem Akku zu setzen. Dabei ist zu beachten, dass mit dem Leistungsspektrum der Geräte auch ihr Energiebedarf steigt. Die vorgesehenen Energiespar – Features neuer Rechner sollten deswegen genutzt werden. Ältere Modelle haben diese zwar nicht immer, verbrauchen aber dennoch deutlich weniger Strom. Wenn man nur „einfache“ Arbeiten am Rechner durchführen muss, wie Textdokumente erstellen, lohnt es sich, daher möglichst lange mit einem Computer auszukommen.

Reparieren statt wegwerfen, teilen statt entsorgen
Sollte mal etwas kaputt gehen, ist es oft günstiger nach Reparaturmöglichkeiten zu fragen. Jede wichtige Komponente eines Rechners lässt sich so ersetzen, dass sie sich nach zwei Monaten ökologisch amortisiert hat. Ab dann spart die Reparatur gegenüber der Neuanschaffung viel Energie. Sofern sich eine Reparatur dennoch nicht lohnt oder falls die Anforderungen eines Gerätes für den persönlichen Gebrauch nicht mehr ausreichen, muss es nicht weggeworfen werden. Funktioniert das Gerät noch, kann man versuchen es zu verkaufen oder zu verschenken. Hierfür findet man im Internet zahlreiche Plattformen. In der Regel finden sich auch Bastler, die das Gerät gerne abnehmen. Findet sich niemand, lassen sich kaputte Elektronikgeräte fachgerecht in Wertstoffhöfen entsorgen oder sie können gegen eine geringe Gebühr vom örtlichen Entsorger abgeholt werden.
Quelle: BUNDoekotipps
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Regenjacken mit Risiken und Nebenwirkungen

Vorsicht vor giftigen Chemikalien! Mit dem Herbst beginnt für Kinder die Saison der Regenjacken, Gummistiefel und Matschhosen. Denn warme und trockene Kleider sind bei nasskaltem Wetter die beste Vorsorge gegen Krankheiten.
Regenbekleidung kann jedoch der Gesundheit und der Umwelt schaden, wenn sie giftige Stoffe enthält. Bei Tests enthielten einige Regenjacken so viele giftige Chemikalien, dass sie eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden müssten. Sehr verbreitet sind zum Beispiel zinnorganische Verbindungen, die die feuchten Jacken vor Schimmel schützen sollen. Diese Schadstoffe haben eine hormonelle Wirkung.

Auch Weichmacher und polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) verstecken sich häufig in Regensachen. Diese Chemikalien können durch Schwitzen und Reibung freigesetzt werden. PAK sind krebserregend, Weichmacher können das empfindliche Hormonsystem des Menschen aus dem Gleichgewicht bringen. Für die Umwelt stellen sie ein großes Problem dar.

Regenbekleidung besteht häufig aus giftigem PVC. Der BUND empfiehlt Produkte aus gewachster Baumwolle oder aus unschädlicheren Materialien wie Polyethylen oder Polyester. Bei Gummistiefeln ist man mit Produkten aus Naturkautschuk auf der sicheren Seite. Übrigens: Kinder sollten die Stiefel nie barfuß anziehen. Socken aus reiner Wolle vermindern die Schadstoffaufnahme und halten die Füße trocken. Ökologisch unbedenkliche Kleidung gibt es im gut sortierten Fachhandel sowie in Öko-Versandhäusern.
Quelle: BUND-Oekotipps   

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Standby - Heimliche Stromfresser

Obwohl sie scheinbar ausgeschaltet sind, verbrauchen viele Elektrogeräte weiter Strom. Laut BUND werden hierzulande die Kapazitäten von etwa zwei Großkraftwerken allein für Elektrogeräte benötigt, die in Privathaushalten und Büros auf Standby laufen. Auch Geräte, die ausgeschaltet, aber nicht von der Steckdose getrennt sind, verbrauchen Strom. Typische „stille“ Stromfresser sind Geräte der Unterhaltungselektronik und Computer. Aber auch Wasch -und Spülmaschinen, elektrische Zahnbürsten und Rasierapparate, Netzteile von Halogenlampen und Ladegeräten, die in der Steckdose verweilen, treiben den Stromverbrauch nach oben.

Seit Januar 2010 dürfen keine Geräte mehr verkauft werden, die im Standby- oder „Schein-aus-Betrieb“ mehr als ein Watt verbrauchen. Die besten Geräte erreichen 0,1 Watt bei Standby und fast null Watt im Schein-aus-Modus. Dies gilt jedoch nur für Geräte, die neu sind Deshalb sollten Verbraucher auch bei ihren bereits vorhandenen Geräten auf den Standby -und Schein -aus Verbrauch achten. Quelle BUNDoekotipps
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Naturschutz im Herbst

Wie nach altem Brauch die Gräber im Herbst hergerichtet und schön geschmückt werden, so werden viele Gärten für den Winter „geputzt“. Termingerecht werden selbst blühende Blumen, letztes Bienenfutter, abgeschnitten oder ausgegraben, zusammen mit dem ungeliebten Laub in die Grüngutsammlung gegeben. Unter diesem Säuberungsdrang oder der „Garten-Kehrwoche“ leiden Boden, Pflanzen und Tiere. Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen werden in tiefere Bodenschichten gedrängt, weil der obere Bereich stärker ausfriert und austrocknet. Dadurch verringert sich die Regeneration und Verbesserung des Bodens durch Humusbildung. Für Pflanzen, vor allem flach wurzelnde oder immergrüne, besteht die Gefahr, dass sie auf Grund der ständigen Verdunstung austrocknen.

Es ist deshalb empfehlenswert, bei den Stauden  Blätter und Blütenstände erst im Frühjahr zu entfernen. Da an und unter ihnen zahlreiche Kleintiere wie Marienkäfer, Ohrwürmer und Spinnen überwintern, nehmen wir diesen Nützlingen wesentlichen Schutz. Im Winter finden Vögel, wie Finken, Ammern oder Zeisige an den Samenständen und zwischen den Stauden wertvolles Futter.

Wenn wir das fallende Laub unter Büschen und Bäumen ausbringen, erhalten diese eine wertvolle Isolierung fürs Wurzelwerk, wo Amseln, Drosseln und Rotkehlchen den ganzen Winter Futter aufstöbern können. Zwischen dem Buschwerk können wir mit Laub und Zweigen für Igel ein Winterquartier anlegen, das auch von Kröten, gelbbauchigen Bergmolchen oder Blindschleichen genutzt werden kann.

Wer über einen offenen Holzstall verfügt, kann jetzt bei schönem Wetter beobachten wie Marienkäfer, zart flügelige Florfliegen (Blattlausfresser!) Schmetterlinge, Königinnen von Hummeln, Wespen oder Hornissen nach geschützten Winterquartieren suchen. Öfters verirren sich diese auch durch offene Fenster oder Türen in die Wohnung, wo sie nach dunklen Ecken suchend herumfliegen. Unsere Räume sind aber zu warm und zu trocken für die natürliche Winterstarre dieser Tiere. Mit einem Trinkglas und einem Blatt Papier lassen sich diese Besucher gefahrlos fangen und ins Freie bringen.

Wer jetzt noch relativ kleine Igel findet, kann sie mit Katzenfutter füttern. Tiere unter 400 g sollten ins Tierheim oder zu einer Igelstation gebracht werden. Igel stehen als freilebende Wildtiere unter Naturschutz und dürfen nicht einfach als „Heimtiere“ gehalten werden.

Bei den Gartenarbeiten stößt man unter Steinen, Brettern oder Blumentöpfen immer wieder auf Anhäufungen von 20-30 weißlichen Kügelchen (Durchmesser etwa 2 mm). Dies sind Gelege der Roten Nacktschnecken, die so überwintern und im Frühjahr ausschlüpfen werden. Die Schneckeneier kann man in einem Schälchen den Vögeln füttern oder in der Mülltonne entsorgen.



Können Plastiktüten „bio“ sein?

Auf Verpackungsfolien, Biomüllsäcken und Plastiktragetaschen wird immer häufiger das Wort “kompostierbar“ aufgedruckt. Auch Plastikbestecke, Handygehäuse oder Folien für die Landwirtschaft werden als „biologisch abbaubar“ gekennzeichnet. Wie aber steht es tatsächlich um die vermeintliche Kompostierbarkeit?

Angemessene Sortiertechnik fehlt

Plastikmaterialien werden meist aus Erdöl oder zunehmend auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke, Milchsäure und Zellulose hergestellt. Da es jedoch keine adäquate Sortiertechnik gibt, sind Biokunststoffe von anderen Plastikprodukten nicht zu unterscheiden. Deshalb wird Plastik aus Biotonnen zumeist aussortiert und der Müllverbrennung zugeführt. Das Label „kompostierbar“ ist also lediglich nur ein Wunschbild.

Da die Herstellung von Bioplastik sehr energieintensiv ist und mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist, lässt sich im Vergleich zu konventionellen Kunststoffen auch keine bessere Ökobilanz nachweisen. Der Anbau von Pflanzen für Bioplastik steht außerdem in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. Hinzu kommen Düngemittel, die Gewässer und Grundwasser belasten.

Besser ganz auf Plastik verzichten

Der BUND empfiehlt, generell auf Plastiktüten zu verzichten, egal ob aus Bioplastik oder aus herkömmlichen Kunststoffen. Die Kennzeichnung als „bio“ oder „kompostierbar“ erzeugt allenfalls ein gutes Gewissen beim Verbraucher. Langlebige Behältnisse wie Stofftaschen, Netze oder auch Glasbehälter zum Einkauf von Lebensmitteln weisen erheblich bessere Umweltbilanzen auf. Quelle: BUND-Oekotipps
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Kosmetikprodukte ohne hormonell wirksame Substanzen

In vielen Pflege-und Kosmetikprodukten sind hormonell wirksame Substanzen enthalten. Das ist äußerst problematisch, denn diese Chemikalien werden mit einem Rückgang der Spermienqualität, verfrühter Pubertät, Hoden-und Brustkrebs oder Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Über Cremes, Duschgel, Zahnpasta, Haargel und weitere Produkte können diese gefährlichen Stoffe in den Körper gelangen. Statt sauber, schön und gepflegt können sie also auf Dauer krank machen. Besonders gefährdet sind Föten, Babys, Kinder und Jugendliche, die sich noch in Entwicklungsphasen befinden und für die hormonell wirksame Stoffe besonders gefährlich sind. Der BUND hat in einer neuen Studie über 60 000 Produkte auf diese gefährlichen Inhaltsstoffe hin untersucht. Wie sich herausstellte, enthielt fast ein Drittel aller Kosmetika mindestens eine hormonell wirksame Chemikalie.

Der BUND hat nun eine APP für das iPhone entwickelt, damit Verbraucher  und Verbraucherinnen leicht feststellen können, ob hormonell wirksame Chemikalien in einem Produkt enthalten sind oder nicht. Mit dieser App namens „ToxFox“, die man sich im i-Tunes App-Store gratis herunterladen kann, lässt sich  der Barcode von Kosmetikprodukten scannen. So kann man noch vor dem Kauf der Ware im Geschäft feststellen, ob das gewählte Produkt belastet ist. Für Verbraucher ohne iPhone steht der ToxFox als Web-Formular und für die Nutzung auf anderen Smartphones als mobile Anwendung zur Verfügung. Damit bekommt man die Möglichkeit, sich beim Einkauf bewusst gegen Produkte mit hormonell wirksamen Chemikalien entscheiden zu können. Bei belasteten Produkten lässt sich über die App außerdem eine Protestmail an die Hersteller senden, so dass diese nachdrücklich damit konfrontiert werden, dass ihre Kunden keine belasteten Kosmetika wollen. Naturkosmetika ist übrigens in der Regel völlig frei von hormonell wirksamen Chemikalien.Weitere Infos dazu: www.bund.net/ toxfox
Quelle: BUNDoekotipps
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Laubsauger schaden Flora und Fauna

Kaum beginnt das bunte Laub zu fallen, lärmen sie wieder in Park und Garten: die Laubsauger oder -blaser. Doch dieses Gartengerät schädigt Umwelt und Gesundheit durch Lärm und Schadstoffe und stört den Naturhaushalt. Durch den Schallpegel von über 100 Dezibel – das ist ungefähr so laut wie ein Presslufthammer - werden vor allem die Nachbarn belästigt und die Gesundheit der Benutzer geschädigt. Denn schon ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel kann es bei Dauerbelastungen zu Hörschäden kommen ( Erhöhung um 10 Dezibel bedeutet Verdoppelung der Lautstärke).

Laubsauger und -blaser, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Auch die Boden-Biologie wird durch Laubsauger gravierend beeinträchtigt. Die lauten Ordnungshalter saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen und Insekten auf, häckseln und töten sie dabei. Außerdem zerstören sie Pflanzensamen.

Da die abgesaugten oder mit einer Luftgeschwindigkeit von bis 220 km/h weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, wird die Humus – und Nährstoffbildung behindert. Die am Boden lebenden Würmer, Spinnen, Insekten und andere Kleintiere verlieren Nahrung und Lebensraum, der Boden wird seiner Deck-Schicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und extremer Kälte schützt. Dadurch können bei mehrjährigen Stauden oder immergrünen Gehölzen Winterschäden auftreten.

Der BUND empfiehlt zu Rechen und Laubbesen zu greifen, die ganz ohne schädliche Emissionen auskommen. Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden, wo es während des Winters langsam verrottet, dem Boden, den Pflanzen und Kleintieren als Schutz dient und im Frühjahr als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden kann.
Quelle: BUND- Ökotipps.

 

Schädlinge biologisch bekämpfen

Im Garten sollte man auf den Einsatz von Gift verzichten, da dies nützliche Tiere, aber auch die Menschen selber schädigt.
Gesunde Pflanzen verfügen über bestimmte Abwehrmechanismen gegen Schädlinge und Krankheiten. Ein gesunder Boden mit allen wichtigen Mikroorganismen und Nährstoffen sorgt für entsprechend gedeihende Pflanzen. Fruchtfolge und Mischkultur fördert ebenso die Gesundheit der Pflanzen. Beim Kauf von Samen und Pflanzgut sollte der Gartenfreund  auf natürliche Resistenzen gegen bestimmte Krankheiten achten. Manche Arten verfügen über Abwehrstoffe gegen Fraß- oder Stechschädlinge.
Treibhausklima, überhöhte Stickstoffdüngung begünstigen Pilzbefall. Wenn ein Bodenpilz wie Asternwelke auftritt, empfiehlt es sich, mehrere Jahre auf diese Pflanzenart zu verzichten. Das Risiko von Blatt- und Krautfäule, die z.B. bei Tomaten, Kartoffeln oder Paprika auftreten, verringert sich bei räumlicher Trennung oder Wechsel der Fruchtfolge. Gegen Echten oder Falschen Mehltau schützen verschiedene  Pflanzenbrühen von Schachtelhalm oder Rainfarn, die die Pflanzen stärken.  Im Herbst, wenn die Pflanzen oder Blätter schwächeln, tritt Mehltau verstärkt auf.
Schadinsekten wie Blattläuse kann man mit einem Handschuh vorsichtig abstreifen oder man besprüht die Pflanzen mit Schmierseifen- oder Brennnesselbrühe. Wenn ohne Gift gespritzt wird fördert der Gärtner helfenden Nutztieren wie Marienkäfer, Florfliege oder Ohrzwicker. Blumentöpfe mit Holzwolle oder Stroh in Busch oder Baum gehängt helfen diesen nächtlichen Jägern. Laufkäfer beseitigen kleine  Schädlinge am Boden. Wespen und Hornissen ziehen ihre Brut mit erbeuteten Insekten auf.
Singvögel füttern ihre Jungen besonders mit  Blattläusen und anderen Insekten. Schwalben jagen fliegende Insekten. Manch Hausbesitzer stört sich bei den Mehlschwalben an den aus Lehm gebauten Nestern an der Hauswand und an ihrem Kot am Boden. Künstliche Nester oder ein Kotbrett unter dem Nest schützen vor unangenehmen Folgen. Alle unsere Singvögel stehen ebenso  wie ihre Nester unter Naturschutz. Für Igel, die man mit trockenem Katzenfutter anlocken kann, bietet ein Reisighaufen tagsüber einen Unterschlupf.
Quelle: Marie-Luise Kreuter "Der BIOGARTEN" bei blv

Ökologische Planung des kommenden Gartenjahres

Der Frühling ist noch fern. Wer einen ökologischen Garten mit Lebensraum für Mensch, Pflanzen und Tiere betreibt, plant jetzt schon wichtige Gestaltungselemente und Arbeiten, z.B. Baum- und Heckenschnitt vor der Brutzeit. Der Garten soll ein vielfältiger Lebensraum sein.!

Vielfalt
Die Ausräumung der Wiesen- und Feldflur findet  augenblicklich ihre Fortsetzung in Gärten mit dauergemähtem Golfrasen, Kiesflächen mit vereinzelten Stauden oder Koniferen, kurz ökologisch eine Wüste.

Dies erhöht die Wichtigkeit ökologisch vielfältiger Gärten. Zugewachsene Hecken und  sonnige Freiflächen, trockene und feuchte Bereiche, Mauern, Hänge und Ebenen sichern ganz unterschiedlichen Pflanzen gutes Gedeihen. Für langes Blühen sorgt die Vielfalt der Stauden, also vom Schneeglöckchen/Winterling bis ins Spätjahr mit Herbstastern und Efeu, lauter Insektenfreunde. Koniferen, Forsythie, Flieder bieten nichts für Bienen. Der Blütezeit entspricht auch das andauernde Futterangebot durch Samen und Früchte für Vögel vom  Efeu im März bis zu den Phloxsamenständen im Dezember. Pflanzgefäße, Beete, Rabatten und Hecken, Feuchtbiotope sichern Nahrung, Schutz, Brutplätze für eine Vielzahl von Lebewesen. Auch für Balkonkästen empfehlen sich insektenfreundliche Pflanzen, Geranien sind das nicht. Ungefüllte Blütenformen( z. B. bei Rosen, Dahlien) werden intensiver von Insekten besucht als gefüllte. Auch blühende Küchenkräuter locken Insekten an. Nachtblüher wie Nachtkerze oder Waldgeißblatt unterstützen die Fledermäuse.

Nisthilfen

Während bestimmte Wildkräuter, z. B. Brennnessel wichtige Futterpflanzen für Falter sind, bieten Altholz, Trockenmauern, sonnige Sand/Lehmflächen Brutplätze für Wildbienen.
Als Nisthilfen dienen Reisighaufen, Bruthöhlen, an Bäumen oder an/ in Gebäuden. Geschickte Schnitttechniken bei Bäumen und Sträuchern liefern den Freibrütern Astquirle als Nistplätze. Wildbienenhotels  mit diversem Holz, Stängeln und Lehm, mit Röhren (2-8 cm) eignen sich als gut genutzte Brutplätze an sonnigen Stellen.

Ökologischer Pflanzenschutz

Pestizide sind aus dem Ökogarten verbannt. Das „insektenneutrale“ Glyphosat schwächt und desorientiert die Bienen. Brühen/Tees aus einheimischer Pflanzen wehren spezifische Schädlinge ab und stärken die Pflanzen, ebenso Naturdünger. Durch bestimmte Mischkulturen schützen und stärken sich  Pflanzen gegenseitig.

Dünger
Der Komposthaufen recycelt organische Haushaltsabfälle und Pflanzenreste aus dem Garten zu wertvollem Humus. Er ist auch Lebensraum für zahllose Tiere. Jauchen aus eigener Produktion düngen vielseitig (Brennnessel, Schachtelhalm, Beinwell, Rainfarn...)

Auswahl der Sorten bei Nutzpflanzen
Alte Sorten sind durch regionale Zuchtwahl entstanden. Das bedeutet, dass sie die regionalen Umweltbedingungen besser vertragen und nicht auf Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel und Industriedünger angewiesen sind. Alte Apfelsorten wie Boskoop oder Goldparmäne lösen keine Allergien aus, wie moderne Züchtungen. Alte Gemüsesorten bei Bohnen, Erbsen, Kohl oder Tomaten findet man bei Pflanzenbörsen, bei den „Wilden Gärtner“ (BUND Biberach, www.bund-bc.de) oder im Internet. Moderne Züchtungen enthalten oft weniger Bitterstoffe und andere geschmacksintensive Merkmale. Sie locken mit Farben und Größe, bieten dafür weniger wertvolle Inhaltsstoffe und Aromen.

Infoquellen im Internet
BUNDÖkotipps und andere ökologische Vereine; aber auch Landwirtschaftsministerium B-W ( „Bienenweidekatalog“), Bayer. Staatsministerium für Landwirtschaft
Reinhard Schnetter

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