BUND Kreisverband Biberach

Wilde Ecken im Garten belassen

Während der vergangenen trockenen Sommern dröhnten die Rasenmäher durch die Gärten. Dieses Jahr mit den intensiven Niederschlägen fühlt sich manch Gartenbesitzer genötigt mindestens einmal die Woche seinen Wembley-oder Golfrasen zu pflegen. Dies reduziert die Artenvielfalt, die Biodiversität, was das neue Gesetz zum Artenschutz fordert. Die pollen- und nektarhaltigen Wildpflanzen wie Klee, Gänseblümchen, Ehrenpreis, Taubnessel oder Löwenzahn können keine Blüten mehr bilden. Wer viel mäht, verhindert Blüten für die Insekten.

Die Devise lautet, lieber weniger und später mähen. Bei größeren Flächen bietet sich das Mähen in Etappen an, so dass die Fluginsekten ständig Futterpflanzen finden. Das Mähgut lässt sich als Mulchmaterial unter Büschen als Feuchtigkeitssicherung und Dünger verwenden.
Die Mähroboter sind ein Tabu in naturnahen und insektenfreundlichen Gärten. Entgegen den Bedienungsanleitungen werden diese auch nachts eingesetzt. Für Haus -und Wildtiere wie Igel, kann dies mit Verletzungen oder Tod enden. Igel rollen sich zusammen, wenn sie den Mäher bemerken. Sie weden von den Messern überrollt und verletzt.

Nützliche nachtaktive Amphibien wie Kröten, Frösche oder Molche, aber auch Laufkäfer und Spinnentiere werden dadurch getötet, dazu kommen fehlende Verstecke für die Nützlinge. Freischneider und Fadenmäher gefährden, auch diese Tiere, wenn die nötige Vorsicht fehlt.

Wer dagegen bewusst wilde Ecken oder ein paar ungemähte Kanten im Garten stehen lässt, tut den nützlichen Insekten etwas Gutes. Im Garten sollte am besten unterschieden werden zwischen häufig genutzten Bereichen, die auch häufiger gemäht werden können, und wilden Ecken, wo sich Natur relativ ungestört entwickeln kann - und wo der Rasemäher selten oder besser nie hinkommt.
Quelle: BUNDÖkotipps
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Hilfen für Insekten im Garten

Mit den ersten warmen Frühlingstagen können wir bei uns in den Gärten wieder willkommene Insekten beobachten.Die verschiedenen Frühblüher locken Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an.
Das augenblickliche Spätwinterwetter kann der Garten -und Insektenfreund nutzen, um Bruthilfen vorzubereiten, die schon an den ersten warmen Flugtagen gesucht werden.

Wildbienen und Hummelköniginnen suchen schon nach Brutplätzen und -höhlen. Da beide Insektenfamilien neben der Honigbiene äußerst wichtig für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen sind, sollte man ihnen Brutmöglichkeiten anbieten.
Viele Wildbienenarten suchen kleine, sonnengewärmte Bruthöhlen in 1-2m Höhe oder im Boden und zwischen Steinen. Als Nisthilfen an trockenen, warmen Plätzen am Haus oder im Garten werden für die verschiedenen Arten passend angeboten:
- etwa 10 cm lange Bündel aus hohlen Halmen, Zweigen oder mit hellem Mark (Bambus, Schilf, Sonnenblumen, Holunder), gebunden mit Schnur oder Kabelbinder, in Dosen oder Hohlziegeln
- Hohlziegel  Löcher mit Lehm füllen
- Lehm-Stroh-Gemisch in kleine Holzkiste, fest klopfen, mit Hasendraht absichern, verschieden breite Löcher in Lehm stechen
- Hartholzstücke an der Stirnseite in Faserrichtung mit verschieden großen, faserfreien Bohrlöchern bis 5 cm tief
- 20-30 cm lange Hartholzstücke quer zur Faserung mit verschiedenen Niströhren versehen, vor allem mit 4-6 mm Durchmesser, 8 mm-Einheitsbohrungen werden nicht angenommen.
- Morschholzäste mit 5-10 cm Stammdicke an Zaunpfosten oder sonniger Wand aufhängen.

Wildbienen, die im Boden brüten, suchen sandige und lehmige Stellen im warmen Traufschutz eines Gebäudes oder im Steinbeet (Alpinum).

Hummeln, die mit ihrem dichten Haarpelz schon ab 5° C aktiv sind, suchen sich je nach Art Höhlen im Boden oder in Bodennähe. Als Bodennest eignen sich Ton-Blumentöpfe mit einer Öffnung von mindestens 12 cm. Man gräbt sie mit der Öffnung fest gegeneinander so in den Boden ein, dass ein Abzugsloch aus der Erde herausschaut. Dazu bietet sich ein Abhang nach Süden oder Osten an. Das Abzugsloch muss so klein sein, dass Mäuse nicht räubern können. Daneben gibt es auch oberirdische Hummelkästen.

Bruthilfen allein helfen nicht, Blumen und Sträucher mit leuchtenden und duftenden Blüten locken diese wichtigen Insekten an. Standardbüsche wie Forsythie, Flieder, Weigelie, Koniferen (außer Buchs), Ziergräser aller Art bieten Insekten weder Pollen noch Nektar.
Da Wildbienen keine Vorräte gegen Nesträuber verteidigen müssen, verfügen sie nicht über Stechapparate. Hummeln stechen höchstens in Todesnot. 
Fertige Nisthilfen für Insekten gibt es in BUND-Läden oder Gartenmärkten. Baupläne findet man im Internet.
Da Bienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge auf Blütendüfte und -farben reagieren, lockt ein rein rasengrüner oder steingrauer Garten diese Insekten nicht an.

Die BUND-Gruppe Schwendi bietet Interessenten Pflanzenlisten an, die wichtige Pollen- und Nektarlieferanten für diese Insekten über das ganze Jahr angeben: schnetter.reinhard@web.de

Quelle: BUNDÖkotipps
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Erhalt alter Kulturpflanzen

Wenn wir heute in die Gemüse -und Obstabteilung eines Supermarktes treten, begegnen wir immer weniger verschiedenen Sortenamen, manche sind bei Äpfeln völlig fremd, da sie aus Ländern jenseits des Äquators stammen. 2-4, maximal 5-6 verschiedene Sorten werden jeweils angeboten. Es sind zu 90 % Erzeugnisse aus Treibhauskulturen und mit hohem Pestizid- und Düngereinsatz.
Wer sich aber für alte Apfelsorten interessiert, kann sich die Apfelallee im Erich-Nau-Park Dietenbronn  näher anschauen: rund 20 Hochstämme mit 15 verschiedenen Sorten. Gärtnermeister L. Schwarz erklärte , dass die Unterlage beim Veredeln die Baumgröße bestimmt: für den Halbstamm eine schwach wüchsige Unterlage, auch alte Sorten passen in einen modernen Garten. Da kann man bestimmte Reifezeit, Farbe, Geschmack Verwendung auswählen.
Wenn Ihnen nun eine bestimmte Tomaten-oder Gurkensorte aus dem Supermark zugesagt hat, suchen Sie den Samen Ihrer Sorte  gleich vor Ort oder im Baumarkt. Egal welche Samentüten Sie wählen , die Beschreibung beginnt: Hybrid , F1 mit einem ordentlichen Preis. Das heißt, das ist die erste Generation einer Kreuzung mit den angegeben Qualitäten. Da z.B. die Tomate sehr gut in Wuchs und Ertrag war, entnehmen Sie dieser einige Samenkörner, um diese nächstes Jahr wieder auszusäen. Im nach folgenden Jahr wird sich die F2 verschiedene Formen mit anderer, minderer Qualität zeigen. Also wieder neue Hybrid F1 teuer erwerben. Die Samenfirma kann aber auch noch Dünger und Pflanzenschutzmittel wie in der Landwirtschaft anbieten. Alles aus einer Hand.

Die „Wilden Gärtner“ vom BUND-Kreisverband haben sich dem Erhalt alter Pflanzensorten (Gemüse, Früchte, Duft-/Färbekräuter) zugewendet, um alte regionale, gut gedeihende, nährstoffreiche Sorten zu erhalten. Anfang jeden Jahres (Jan.-März, unter Termine nachschauen) von 10-16 Uhr veranstalten sie in der Stadthalle Schussenried ihre Oberschwäbische Saatgut-Festivals.  Ihre Mitglieder bieten auch auf der Schwendier Pflanzenbörse ihre Nachzüchtungen  an. Das beste Beispiel des erfolgreichen Artenschutzes ist der Wiederanbau der Alblinse, einer sehr gesunden Hülsenfrucht, die aber auch gleichzeitig den Boden mit Stickstoff anreichert.
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Schädlinge biologisch bekämpfen

Im Garten sollte man auf den Einsatz von Gift verzichten, da dies nützliche Tiere, aber auch die Menschen selber schädigt.
Gesunde Pflanzen verfügen über bestimmte Abwehrmechanismen gegen Schädlinge und Krankheiten. Ein gesunder Boden mit allen wichtigen Mikroorganismen und Nährstoffen sorgt für entsprechend gedeihende Pflanzen. Fruchtfolge und Mischkultur fördert ebenso die Gesundheit der Pflanzen. Beim Kauf von Samen und Pflanzgut sollte der Gartenfreund  auf natürliche Resistenzen gegen bestimmte Krankheiten achten. Manche Arten verfügen über Abwehrstoffe gegen Fraß- oder Stechschädlinge.
Treibhausklima, überhöhte Stickstoffdüngung begünstigen Pilzbefall. Wenn ein Bodenpilz wie Asternwelke auftritt, empfiehlt es sich, mehrere Jahre auf diese Pflanzenart zu verzichten. Das Risiko von Blatt- und Krautfäule, die z.B. bei Tomaten, Kartoffeln oder Paprika auftreten, verringert sich bei räumlicher Trennung oder Wechsel der Fruchtfolge. Gegen Echten oder Falschen Mehltau schützen verschiedene  Pflanzenbrühen von Schachtelhalm oder Rainfarn, die die Pflanzen stärken.  Im Herbst, wenn die Pflanzen oder Blätter schwächeln, tritt Mehltau verstärkt auf.
Schadinsekten wie Blattläuse kann man mit einem Handschuh vorsichtig abstreifen oder man besprüht die Pflanzen mit Schmierseifen- oder Brennnesselbrühe. Wenn ohne Gift gespritzt wird fördert der Gärtner helfenden Nutztieren wie Marienkäfer, Florfliege oder Ohrzwicker. Blumentöpfe mit Holzwolle oder Stroh in Busch oder Baum gehängt helfen diesen nächtlichen Jägern. Laufkäfer beseitigen kleine  Schädlinge am Boden. Wespen und Hornissen ziehen ihre Brut mit erbeuteten Insekten auf.
Singvögel füttern ihre Jungen besonders mit  Blattläusen und anderen Insekten. Schwalben jagen fliegende Insekten. Manch Hausbesitzer stört sich bei den Mehlschwalben an den aus Lehm gebauten Nestern an der Hauswand und an ihrem Kot am Boden. Künstliche Nester oder ein Kotbrett unter dem Nest schützen vor unangenehmen Folgen. Alle unsere Singvögel stehen ebenso  wie ihre Nester unter Naturschutz. Für Igel, die man mit trockenem Katzenfutter anlocken kann, bietet ein Reisighaufen tagsüber einen Unterschlupf.
Quelle: Marie-Luise Kreuter "Der BIOGARTEN" bei blv
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Ökologische Planung des kommenden Gartenjahres

Der Frühling ist noch fern. Wer einen ökologischen Garten mit Lebensraum für Mensch, Pflanzen und Tiere betreibt, plant jetzt schon wichtige Gestaltungselemente und Arbeiten, z.B. Baum- und Heckenschnitt vor der Brutzeit. Der Garten soll ein vielfältiger Lebensraum sein.!

Vielfalt
Die Ausräumung der Wiesen- und Feldflur findet  augenblicklich ihre Fortsetzung in Gärten mit dauergemähtem Golfrasen, Kiesflächen mit vereinzelten Stauden oder Koniferen, kurz ökologisch eine Wüste.

Dies erhöht die Wichtigkeit ökologisch vielfältiger Gärten. Zugewachsene Hecken und  sonnige Freiflächen, trockene und feuchte Bereiche, Mauern, Hänge und Ebenen sichern ganz unterschiedlichen Pflanzen gutes Gedeihen. Für langes Blühen sorgt die Vielfalt der Stauden, also vom Schneeglöckchen/Winterling bis ins Spätjahr mit Herbstastern und Efeu, lauter Insektenfreunde. Koniferen, Forsythie, Flieder bieten nichts für Bienen. Der Blütezeit entspricht auch das andauernde Futterangebot durch Samen und Früchte für Vögel vom  Efeu im März bis zu den Phloxsamenständen im Dezember. Pflanzgefäße, Beete, Rabatten und Hecken, Feuchtbiotope sichern Nahrung, Schutz, Brutplätze für eine Vielzahl von Lebewesen. Auch für Balkonkästen empfehlen sich insektenfreundliche Pflanzen, Geranien sind das nicht. Ungefüllte Blütenformen( z. B. bei Rosen, Dahlien) werden intensiver von Insekten besucht als gefüllte. Auch blühende Küchenkräuter locken Insekten an. Nachtblüher wie Nachtkerze oder Waldgeißblatt unterstützen die Fledermäuse.

Nisthilfen
Während bestimmte Wildkräuter, z. B. Brennnessel wichtige Futterpflanzen für Falter sind, bieten Altholz, Trockenmauern, sonnige Sand/Lehmflächen Brutplätze für Wildbienen.
Als Nisthilfen dienen Reisighaufen, Bruthöhlen, an Bäumen oder an/ in Gebäuden. Geschickte Schnitttechniken bei Bäumen und Sträuchern liefern den Freibrütern Astquirle als Nistplätze. Wildbienenhotels  mit diversem Holz, Stängeln und Lehm, mit Röhren (2-8 cm) eignen sich als gut genutzte Brutplätze an sonnigen Stellen.

Ökologischer Pflanzenschutz
Pestizide sind aus dem Ökogarten verbannt. Das „insektenneutrale“ Glyphosat schwächt und desorientiert die Bienen. Brühen/Tees aus einheimischer Pflanzen wehren spezifische Schädlinge ab und stärken die Pflanzen, ebenso Naturdünger. Durch bestimmte Mischkulturen schützen und stärken sich  Pflanzen gegenseitig.

Dünger
Der Komposthaufen recycelt organische Haushaltsabfälle und Pflanzenreste aus dem Garten zu wertvollem Humus. Er ist auch Lebensraum für zahllose Tiere. Jauchen aus eigener Produktion düngen vielseitig (Brennnessel, Schachtelhalm, Beinwell, Rainfarn...)

Auswahl der Sorten bei Nutzpflanzen
Alte Sorten sind durch regionale Zuchtwahl entstanden. Das bedeutet, dass sie die regionalen Umweltbedingungen besser vertragen und nicht auf Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel und Industriedünger angewiesen sind. Alte Apfelsorten wie Boskoop oder Goldparmäne lösen keine Allergien aus, wie moderne Züchtungen. Alte Gemüsesorten bei Bohnen, Erbsen, Kohl oder Tomaten findet man bei Pflanzenbörsen, bei den „Wilden Gärtner“ (BUND Biberach, www.bund-bc.de) oder im Internet. Moderne Züchtungen enthalten oft weniger Bitterstoffe und andere geschmacksintensive Merkmale. Sie locken mit Farben und Größe, bieten dafür weniger wertvolle Inhaltsstoffe und Aromen.

Infoquellen im Internet
BUNDÖkotipps und andere ökologische Vereine; aber auch Landwirtschaftsministerium B-W ( „Bienenweidekatalog“), Bayer. Staatsministerium für Landwirtschaft
Reinhard Schnetter
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