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BUND Kreisverband Biberach

Dein Start ins plastikfreie Leben!

Tipp 1: Trink Leitungswasser

Besorg dir eine tolle Trinkflasche aus Glas oder Edelstahl. Am besten hat diese eine große Öffnung, sodass du lange Freude dran hast, weil du sie auch gut reinigen kannst. Auffüllen mit Leitungswasser kostet weniger, du musst nicht so oft Pfand zurückbringen und es fällt kein Verpackungsmüll an.

 

Tipp 2: Hab Taschen und Aufbewahrungsboxen dabei

Ist am Anfang total ungewohnt und in den ersten Wochen vergisst man sie ständig. Irgendwann ist es aber absolut normal. Nicht an jeder Frischetheke kann man Wurst oder Käse in sein mitgebrachtes Gefäß füllen lassen. Aber es geht in deutlich mehr Geschäften als man denkt! Trau dich, nachzufragen! Beim ersten Mal braucht das etwas Mut. Auch beim zweiten und dritten Mal fragt man sich, was die anderen Leute wohl denken. Aber glaub mir, auch das geht vorbei. JDer schöne Nebeneffekt ist, dass man andere dadurch vielleicht auch zum Nach- und Umdenken bringt. Und außerdem wird das Mitbringen von eigenen Behältern irgendwann so zur Gewohnheit, dass auch der Restmüll oder Papiermüll weniger wird. Denkt man nämlich am Anfang noch, dass die Bäckertüte doch aus Papier und nicht so schlimm ist, gibt es trotzdem ein gutes Gefühl, wenn auch diese überflüssig wird. Dort ist es nämlich wirklich überhaupt gar kein Problem, alles direkt in einen Korb zu packen.

 

Tipp 3: Suche alternative Einkaufsmöglichkeiten

Wenn du im nächstgelegenen Supermarkt versuchst, plastikfrei einzukaufen, gehst du wahrscheinlich mit relativ leeren Händen und demotiviert nach Hause. Manches gibt es dort zwar auch in Glasflaschen, wie zum Beispiel Milch, Sahne und Joghurt. Unverpacktes Gemüse, Wurst und Käse und vieles mehr findet man aber meist nicht. Oft muss man auch hier abwägen: Ist es mir wichtiger, die unverpackte Zwiebel aus Spanien zu kaufen oder nehme ich dann die verpackte aus Deutschland.

In manchen Städten gibt es Unverpackt-Läden. Da bringt man sein eigenes Gefäß mit und füllt die Lebensmittel direkt hinein. Schon mal danach gesucht? Lass dich nicht entmutigen, wenn es solche Läden nicht in deiner Nähe gibt. Auf dem Land findet man oft noch kleine Läden mit regionalen Produkten. Vielleicht gibt es einen Bauern mit einer Milchtankstelle und einem kleinen Hofladen? Kannst du dir eine Gemüsekiste von regionalen Anbietern liefern lassen? Gibt es einen Wochenmarkt in der Nähe? Auch hier muss man nachfragen, wer den Frischkäse in das mitgebrachte Gefäß füllt, aber mindestens einen Stand gibt es sicherlich. Probiere Neues aus!

Meistens machen diese alternativen Einkaufsmöglichkeiten das Einkaufen zu einem Erlebnis und nicht zu einem Pflichtbesuch im überfüllten Supermarkt. Und ja, manchmal kommt man dabei teurer weg. Oftmals kauft man dadurch aber saisonaler ein, wodurch viele der Produkte wieder günstiger sind. Außerdem legt man automatisch mehr Wert auf Qualität und gönnt sich vielleicht mal weniger, aber dafür bessere Produkte.Gleichzeitig reduziert man Lebensmittelreste, weil man gezielter und bedarfsgerechter einkauft.

 

Tipp 4: Verzichte

Die unverpackte Paprika kostet heute doppelt so viel wie die verpackte? Dann kauf sie heute nicht. Uns ist aufgefallen, dass gerade bei den Produkten, bei denen beide Varianten angeboten werden, die Preise unglaublich variieren. Oft kostet die eine Variante mehr, am nächsten Tag aber die andere. Dann muss an diesem Tag einfach etwas anderes gekocht werden. Durch diesen Verzicht genießt man das Essen wieder viel mehr.

Wir kaufen Milch zum Beispiel nur noch direkt beim Bauern. Diese hält nicht wirklich lange und kann nicht auf Vorrat gekauft werden. Haben wir dann mal  keine Zeit, neue Milch zu holen, gibt’s einfach keine. Das war für mich immer unvorstellbar. Seit wir das so machen, freue ich mich dafür riesig auf meinen Kaffee mit Milch oder meinen Kakao zum Frühstück. Und sonst gibt es einfach Tee oder etwas anderes. Bringt mehr Abwechslung und nach dem Verzicht mehr Freude.

 

Tipp 5: Sei kreativ – das Zauberwort heißt „Do ityourself“

Hast du gewusst, dass man in fünf Minuten selber Frischkäse machen kann? Oder dass man seine Augen auch mit speziellen Abschminkwaschlappen nur mit Wasser oder auch mit Olivenöl auf waschbaren Abschminkpads abschminken kann?

Die Industrie ermöglicht uns ein extrem komfortables Leben. Sie macht uns aber auch faul und wenn man ehrlich ist, auch ein bisschen dumm. Vieles von dem Wissen, das unsere Großeltern hatten, haben wir nicht mehr. Ich hatte keine Ahnung, wie man Frischkäse oder Joghurt selber macht. Ich kann auch keine Socken stopfen und werfe sie weg, wenn sie ein Loch haben. Aber macht das Sinn?

 

Tipp 6: Seife und Haare waschen ohne Shampoo

Flüssigseife und Duschgel lassen sich super einfach durch Seife ersetzen. Zum Duschen die Seife einfach in ein Seifensäckchen packen. Das ermöglicht gleichzeitig ein Peeling  und die Seife trocknet gut.

Shampoo ist in der Regel in Plastikflaschen und hat oft auch noch Anteile von Mikroplastik beigemischt. Es gibt tolle Alternativen: festes Shampoo, Haarseifen, Roggenmehl und undund.

Mein Favorit ist das Waschen mit Roggenmehl. Einfach einen gehäuften Esslöffel Roggenmehl mit etwas Wasser mischen. Die Konsistenz sollte einem normalen Shampoo ähneln. Die Paste wird gut auf der Kopfhaut und den Haaren verteilt. Danach gut ausspülen.

Bei dieser Variante sowie bei den meisten Haarseifen und ähnlichem fühlen sich die Haare danach etwas steif und nicht sonderlich locker an. Deshalb sollte man nach dem Waschen eine sogenannte „Saure Rinse“ machen. Hier hat bei mir am besten die Variante mit Apfelessig gewirkt: Mische ungefähr einen Esslöffel Apfelessig mit einem halben Liter kaltem Wasser und gieße es nach dem Waschen auf die Haare. Lass die Rinse kurz einwirken und wasche sie dann am besten kalt aus.Die Kämmbarkeit wird super und die Haare glänzen. Du kannst die Rinse auch warm ausspülen, das Ergebnis ist dann aber zumindest bei mir nicht ganz so gut. Probiere einfach aus, was für deine Haare am besten ist. Unangenehm ist natürlich erstmal der Essiggeruch. Dieser geht weg, sobald die Haare trocken sind. Alternativ kannst du Zitronensaft verwenden oder verschiedene Teesorten oder Kräuteraufgüsse probieren.  

Auf einen Blick: Plastikfrei-Tipps kurz und knapp

·        Trink Leitungswasser.

·        Bring Taschen und eigene Gefäße zum Einkaufen mit.

·        Wasche deine Haare ohne Shampoo, z.B. mit Roggenmehl und Apfelessig.

·        Verwende Seifenstücke anstatt Flüssigseife. Zum Duschen bieten sich Seifensäckchen an.

·        Verwende waschbare Abschminkpads (z.B. selber nähen aus alten T-Shirts) und Olivenöl zum Abschminken.

·        Lass die Wattestäbchen aus Plastik weg– ist für die Ohren sowieso gesünder.

·        Informiere dich als Frau über alternative Produkte zur Monatshygiene:
             Es gibt zum Beispiel waschbare Binden und Slipeinlagen oder Menstruationstassen und -schwämmchen.

·        Verwende Stofftaschentücher.

·        Nutze weniger Kosmetikprodukte und informiere dich, ob darin Mikroplastik enthalten ist.

·        Suche alternative Einkaufsmöglichkeiten mit unverpackten Produkten.

·        Fahre weniger Auto. Ein großer Teil des Mikroplastiks in unserer Umwelt entsteht durch den Reifenabrieb.

·        Kaufe keine neuen Produkte aus Plastik, soweit das möglich ist
             (z.B. Kochlöffel, Aufbewahrungsboxen, Tüten…).

·        Verzichte immer wieder auf Sachen, die es nur verpackt gibt.

·        Lehne Strohhalme, verpackte Kekse u. Ä. im Café oder Restaurant ab.

·        Iss lieber vor Ort und verzichte auf To-Go-Produkte.

·        Verzichte auf Müllbeutel. Alternativ kannst du den Mülleimer mit alten Zeitungen auslegen.

·        Klebe ein „Bitte keine Werbung“-Schild an deinen Briefkasten.
             (Das hat  zwar mehr Auswirkung auf deinen Papiermüll, aber auch der darf ja ruhig weniger werden.)

·        Tausch dich aus – zusammen macht die Umstellung mehr Spaß.

·        Spüllappen (am besten aus Baumwolle) und Schwämme waschen.

·        Lebensdauer von Konsumgütern ausnutzen  

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