BUND Kreisverband Biberach
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Naturschutz

Pressemitteilung von Diagnose-Funk e.V., Stuttgart, 16.05.24
Weltbienentag 20.5.2024: Wo, bitte, geht’s nach Hause in den Bienenstock?
Studien zeigen: Bienen verlieren Orientierung durch Mobilfunkstrahlung / Umweltministerin Lemke muss handeln
Stuttgart, 16.5.2024: Anlässlich des Weltbienentags der Vereinten Nationen am 20. Mai verweist die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk auf zwei aktuelle wissenschaftliche Studien, wonach das Leben von Bienen und anderen Insekten durch Mobilfunkstrahlung in Mitleidenschaft gezogen wird: Die BEEFI-Studie als die bislang größte Übersichtsstudie zu Insekten und elektromagnetischen Feldern (EMF) kommt zum Ergebnis: „Nicht-thermische biologische Wirkungen von EMF auf Insekten sind im Labor eindeutig nachgewiesen.“ (Siehe Faktenblatt im Anhang.) Eine Freilandstudie der renommierten Universität Hohenheim zeigt, dass Bienen aus mobilfunkbestrahlten Bienenstöcken die Orientierung verlieren und nicht mehr nach Hause in den Bienenstock finden.

„Die Wissenschaftler warnen uns, dass Bienen und andere Insekten mit der allgegenwärtigen Mobilfunkstrahlung offensichtlich nicht zurecht kommen und Schaden nehmen“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Der Weltbienentag wäre für Umweltministerin Steffi Lemke ein passender Anlass, diese Studien zu lesen und politische Schlüsse daraus abzuleiten: Die Mobilfunkstrahlenwerte müssen erheblich reduziert werden und der Mobilfunkausbau muss naturverträglich gesteuert werden. Denn Insekten und allen voran die Bienen sind unsere Freunde, wir müssen sie schützen!“

Forderungen an Bundesumweltministerin Steffi Lemke
diagnose:funk fordert Bundesumweltministerin Steffi Lemke auf, die Studienergebnisse zum Anlass zu nehmen und funkfreien Schutzzonen für Insekten zu erhalten bzw. sogar auszubauen. Das bedeutet:
1. Beschränkung der Mobilfunkstrahlung auf max. 100 µW/m². Dieser Wert leitet sich aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der BEEFI-Studie, der Treder-Studie und aus der Festsetzung von Grenzwerten ab. Empfang ist außen und meistens innen weiterhin möglich.
2. In Naturschutzgebieten dürfen keine Mobilfunksendemasten neu gebaut oder weiter betrieben werden. Die Insekten brauchen keine Bestrahlung, sondern Erholung.
3. Die Wechselwirkungen zwischen elektromagnetischen Feldern und anderen Umweltschadstoffen müssen untersucht werden.
4. Weitere Feldstudien müssen finanziert und durchgeführt werden: Wie werden Insektenpopulationen bereits durch die derzeitige Infrastruktur beeinflusst?

Die Studien
In den Studien wurden folgende biologisch negativen Effekte dokumentiert: gestörte Orientierung, verminderte Fruchtbarkeit, veränderter Stoffwechsel, oxidativer Zellstress, erhöhte Mutationsrate und DNA-Schäden, gestörtes Gedächtnis.

  • Für Bienen wies die Uni Hohenheim in der Studie Treder et al. (2023) gestörte Orientierung (Heimfindevermögen) im Freiland nach, wenn die Bienenstöcke 7 Wochen lang bestrahlt wurden. Dabei wurde ein Strahlungswert von 3.500 µW/m² verwendet, wie er z.B. bei Mobilfunkbasisstationen (500 W ERP-Leistung) im Abstand von unter 100 m auftritt.
  • Laut der BEEFI-Studie treten im Labor (ohne weitere Stressfaktoren wie Pestizide oder Blütenmangel) Beeinträchtigungen ab 10.000 µW/m² auf (= unter 60 m Abstand vom Sendemast). Der gesetzliche Grenzwert liegt in Deutschland bei 10.000.000 µW/m².
  • Video-Präsentation der Ergebnisse der BEEFI-Studie und weiterer Studien bei YouTube:
    https://youtu.be/ucVTBFVAHIM

Weltbienentag

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Jahr 2018 den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Damit unterstreicht die Weltgemeinschaft auch die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen. Slowenien hatte den Antrag auf Initiative des Slowenischen Imkerbundes eingebracht. Dem Antrag hatten sich 115 Länder, u.a. alle EU-Länder, Brasilien, China, Russland und die USA, angeschlossen.
Quelle: Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V., https://www.bienenretter.de/das-projekt/weltbienentag/


Wie beim Menschen überlagern die künstlichen Felder die Steuerungsprozesse auch bei Tieren und Pflanzen.

Seit Beginn des flächendeckenden Aufbaus von Mobilfunkantennen kommt es in der Land(wirt)schaft zu immer mehr Problemen in den Ställen und bei Pflanzen, vor allem bei Bäumen.
Quelle: https://www.bund-naturschutz.de/mobilfunk/leben-und-funk/tiere-und-pflanzen