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BUND Kreisverband Biberach

Springkraut: Infos zur Pflanze

Infos zum „Drüsigen Springkraut“
und warum wir es an ausgewählten, sensiblen Standorten reduzieren möchten.

Vorkommen
Das Drüsige Springkraut kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurde, da sie wunderschön aussieht, bei uns als Zierpflanze und Bienenweide in den Gärten angepflanzt. Heute verbreitet es sich teilweise großflächig entlang von Gewässern, in Riedgebieten und Auen sowie im Wald. Durch den Samenvorrat im Boden keimen den ganzen Sommer über immer wieder neue Pflanzen aus, was zu gestaffelten Pflanzenbeständen führt. Sie können bis zu 2m hoch werden. Die Pflanze blüht von Juli bis in den Oktober und produziert bis zum ersten Frost immer wieder neue Samenkapseln. Die Samen werden bis zu 7m weit verstreut und sind bis zu 6 Jahre keimfähig. Ein dichter Bestand kann bis zu 30.000 Samen pro Quadratmeter bilden.

Gefahren
Die Art breitet sich dank dem Schleudermechanismus sehr stark aus. Die hohe Pflanzendichte führt zu einer Verarmung der einheimischen Pflanzenwelt. In Wäldern verhindert es die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern. Entlang von Gewässern kann es die natürlich vorkommende Vegetation verdrängen, mit der Folge, dass nach dem Absterben der Stängel offene Stellen entstehen, die dann im Winter Erosionen begünstigen. Bei Imkern ist die Pflanze als Bienenweide sehr beliebt. Da sie aber auch mit reichlich süßem Nektar ausgestattet ist, tritt sie auch hier z.T. in Konkurrenz zu unseren einheimischen Arten.
Das Drüsige Springkraut ist auf der prioritären Liste der EPPO (European Plant Protection Organization) als besonders schädliche gebietsfremde Art aufgeführt.

Bekämpfung
Große Bestände können beim Auftreten der ersten Blüten durch Mähen (so tief wie möglich) dezimiert werden. Kleinere Bestände können sehr leicht durch Ausreißen von Hand bekämpft werden. Wichtig sind Nachkontrollen.

Entsorgung
Das entfernte Pflanzenmaterial muss richtig entsorgt werden. Die Pflanzen dürfen auf keinen Fall auf dem eigenen Gartenkompost landen. Es kann in einer professionell geführten Kompostier- oder Vergärungsanlage entsorgt werden. Im Kreis Biberach ist hierfür der Biomassehof Zell in Biberach-Rißegg, Rißegger Straße 160, 88400 Biberach am besten geeignet.

Die Pflanzen können aber auch in den jeweiligen Grüngut-Annahmestellen des Landkreises entsorgt werden. Dabei ist sehr darauf zu achten, dass keine Samen verloren gehen. Bringen Sie deshalb problematische Pflanzen (Springkraut, Jakobs-Kreuzkraut, …) entweder in gut verschlossenen Papiersäcken zu den Annahmestellen oder entsorgen kleine Mengen im eigenen Mülleimer.

Ersatzpflanzen
Die Auswahl an einheimischen Pflanzen ist sehr groß. Im Gegensatz zu Neophyten sind sie unproblematisch und bieten zusätzlich Lebensraum für unsere heimische Tierwelt. Eine Empfehlung an Gewässern: Blutweiderich oder gewöhnlicher Wasserdost. Für Bienen können Arten angepflanzt werden, die bis spät in den Herbst Blüten tragen. Überhaupt sollten alle Menschen für die Artenvielfalt viele Blühwiesen anlegen.  Dies wäre für alle Insekten empfehlenswert.

Quellen:
Amtsblatt der EU: VERORDNUNG (EU) Nr. 1143/2014 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32011R1169&from=DE 

https://neobiota.bfn.de/
http://www.neophyt.ch/html/springkraut/springkraut.htm
https://www.infoflora.ch/de/assets/content/documents/neophyten/inva_impa_gla_d.pdf
http://www.eppo.int/INVASIVE_PLANTS/ias_lists.htm  

MITMACH-AKTION 2018

Springkrautreduzierung im Wolfental

in Zusammenarbeit mit der Stadt Biberach, Stadtplanungsamt

Wir haben die Aktion beendet und bedanken uns sehr herzlich für Ihre Hilfe.
Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei:
Anita, Barbara, Benjamin, Felix, 2 x Frank, Ina, Julius, Jürgen, Katrin, Michael, Mona, Otto, Peter, Rudolf
und einigen anderen Personen.

... und bitte machen Sie weiter. Es gibt noch jede Menge Springkraut bis zum ersten Frost. Entfernen Sie es bitte, wenn Sie es sehen. Danke. 

Wenn Sie selbst weitermachen möchten:

Ausrüstung: langärmlige Arbeitskleidung, evtl. Garten-Handschuhe, evtl. Gummistiefel, evtl. Fahrrad.

Das Springkraut möglichst weit unten anfassen.
Es lässt sich sehr leicht aus dem Boden ziehen.
Das Springkraut bitte dann in kleinen Häufchen am Wegrand entlang ablegen.
Im Bach selbst entfernt der ‚
Kreissportfischereiverein Biberach an der Riß‘ die Pflanzen. 
Private Grundstücke bitte nicht  betreten.

Nur für Stadt Biberach: Bitte rufen Sie uns an, wenn das Springkraut abgeholt werden soll. Wir kümmern uns dann darum.

 

 

 

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